Börse : „Die Kavallerie kommt“

Nach der schwarzen Börsenwoche konnten die Aktienhändler am Freitag wieder aufatmen. Die Aussicht auf ein Staatspaket zur Rettung des US-Finanzsystems machte den Händlern wieder Hoffnung. „Die Kavallerie kommt“, sagte LBBW-Bankanalyst Alexander Groschke zum angekündigten Plan der US-Regierung. Der Dax lag bei Handelsschluss bei 6189 Punkten und legte damit 5,56 Prozent zu. Der TecDAX stand 5,05 Prozent höher bei 748 Punkten. Der M-Dax zog um 5,38 Prozent auf 7819 Zähler an. Weltweit trieb die positive Nachricht die Kurse nach oben. Vor allem Bankaktien profitieren. Der Dow Jones stieg um 3,4 Prozent auf 11 388 Punkte. Der Shanghai-Index schoss um 9,5 Prozent nach oben und blieb dann auf diesem Niveau von etwa 2075 Punkten. Mehrere Aktien erreichten das Limit eines Kursanstiegs von zehn Prozent – einen höheren Tagesgewinn untersagen die Börsenbestimmungen dort.

Der Leitindex der russischen Börse raste in den ersten Handelsminuten 18 Prozent in die Höhe. Einen Großteil der Wochenverluste machte er damit wieder wett. In der ablaufenden Woche hatte Panik auf dem Parkett der Moskauer Börse geherrscht. Angesichts der dramatischen Kursverluste hatten die russischen Behörden am Mittwoch den Handel für zwei Tage eingestellt. Am Freitag sorgte Wladimir Putin dann wieder für bessere Stimmung. Russland habe ausreichend Devisen und Goldreserven, um sein Finanzsystem zu schützen und den Rubel abzusichern, sagte der Ministerpräsident. Anleger griffen danach wieder zu.

Auch der US- Softwarekonzern Oracle sorgte für positive Nachrichten. Das Unternehmen startete mit einem kräftigen Gewinnsprung in sein neues Geschäftsjahr. Der schärfste SAP-Konkurrent legte beim Gewinn im Ende August abgelaufenen ersten Geschäftsquartal um 28 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar (775 Mio Euro) zu. Die Aktie des Unternehmens legte im nachbörslichen Handel um fünf Prozent zu. Mit so einem guten Ergebnis hatten Analysten nicht gerechnet. Auch die Aktie von SAP stieg an. Bei Handelsschluss lag sie bei 39.93 Euro (plus 4,26 Prozent).

Metro-Aktien verloren als einer der schwächsten Werte 2,21 Prozent. Der Branchenverband HDE hatte eine negative Prognose für die Einzelhandelsumsätze im Gesamtjahr 2008 bekräftigt.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,21 (Donnerstag: 4,07) Prozent. Der Rentenindex fiel um 0,79 Prozent auf 116,53 Punkte. Der Bund Future verlor 1,1 Prozent auf 113,59 Zähler. Der Kurs des Euro fiel deutlich. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4236 (Donnerstag: 1,4502) Dollar fest. fsp

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