Börse : Düstere Stimmung

Schlechte Zahlen aus den USA haben zum Wochenende für düstere Stimmung an den Aktienmärkten gesorgt. Der Dax sackte bis zum Handelsschluss um 2,4 Prozent auf 6127 Punkte, den niedrigsten Wert seit Mitte Juli und nur knapp vor dem Jahrestief von 6081 Zählern entfernt. Auch an anderen europäischen Börsen zeigte der Trend deutlich nach unten: In London und Paris knickten die Kurse ebenfalls ein.

Vor allem der Anstieg der Arbeitslosenzahlen in den USA drückte auf die Laune der Investoren. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,1 Prozent im August nach 5,7 Prozent im Juli. Schon am Donnerstag hatte die Erwartung schlechter Arbeitslosenzahlen in den USA die Börsen belastet. Die Befürchtungen bestätigten sich nun. Dazu kommt eine sich wegen hoher Energiepreise immer deutlicher abzeichnende Kaufzurückhaltung der Verbraucher in den Vereinigten Staaten.

Den Dow-Jones-Index zwangen die negativen Konjunkturerwartungen schon am Donnerstag in die Knie. Der Index schloss mit einem Minus von fast drei Prozent. Am Freitag setzte sich der Abwärtstrend zunächst fort, gegen Ende des Handels rettete sich der Dow aber ins Plus. Auch der Dax begann seine Talfahrt schon am Donnerstag und büßte ebenfalls fast drei Prozent ein. Am Freitag gaben vor allem der Nutzfahrzeugkonzern MAN (minus 5,1 Prozent) sowie Thyssen- Krupp, Daimler, Tui, Deutsche Börse, Allianz und Lufthansa mit mehr als drei Prozent Verlust deutlich nach. Ein kräftiges Plus gegen den Markttrend verzeichnete dagegen die Postbank mit einem Zuwachs von mehr als zwei Prozent. Der Grund: Gerüchte über einen bevorstehenden Einstieg der Deutschen Bank. Nach der Übernahme der Dresdner Bank durch Commerzbank sei die Deutsche Bank etwas unter Zugzwang, hieß es am Markt. Die Commerzbank komme als Käufer der Postbank unterdessen zunächst nicht mehr infrage. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte dies nicht kommentieren. In Finanzkreisen wurde ein solches Gebot zum aktuellen Zeitpunkt als „unwahrscheinlich“ eingestuft.

Die im Tec-Dax notierten Solartitel gaben deutlich nach. Einem Händler zufolge leidet die Solarbranche darunter, dass der sinkende Ölpreis den Anreiz verringern könnte, auf alternative Energien umzusteigen. So fielen die Aktien von Q-Cells um 9,2 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,09 (Vortag: 4,22) Prozent. Der Rentenindex stieg um 1,10 Prozent auf 117,74 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,45 Prozent auf 115,66 Zähler. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4247 (Donnerstag: 1,4488) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7019 (0,6902). Tsp

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