Börse : Einzelhandel: Steigerung auf Sieben-Jahres-Hoch - Dax vorbörslich im Plus

Die deutschen Einzelhändler haben ihren Umsatz im Januar so kräftig gesteigert wie seit knapp sieben Jahren nicht mehr. Der Dax liegt vorbörslich leicht im Plus.

Andreas Oswald
Bulle und Bär in Frankfurt.
Bulle und Bär in Frankfurt.Foto: imago

Die deutschen Einzelhändler haben ihren Umsatz im Januar so kräftig gesteigert wie seit knapp sieben Jahren nicht mehr. Die Erlöse zogen um 2,5 Prozent zum Vormonat an, teilte das statistische Bundesamt am Freitag mit. Auch preisbereinigt (real) gab es ein Plus von 2,5 Prozent. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hier lediglich mit einem Wachstum von einem Prozent gerechnet. Im wichtigen Weihnachtsgeschäft im Dezember stand ein Minus von 2,1 Prozent zu Buche.

Handelsverband HDE rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von 1,5 Prozent


Auch im Vergleich zum Januar 2013 zogen die Umsätze an - und zwar um zwei Prozent. Real blieb ein Plus von 0,9 Prozent. Dabei legten die Einnahmen im Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren mit real 4,1 Prozent besonders stark zu. In Apotheken sowie im Handel mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten wurde ein Plus von 3,7 Prozent erzielt. Der Internet- und Versandhandel meldete einen Anstieg um 3,2 Prozent. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln musste dagegen mit 2,1 Prozent die stärksten Einbußen hinnehmen.
Der Handelsverband HDE rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von 1,5 Prozent. 2013 lag der Zuwachs bei 1,1 Prozent. Die Kauflaune der Deutschen ist den Nürnberger Marktforschern von der GfK zufolge derzeit gut wie seit sieben Jahren nicht mehr - vor allem wegen der Rekordbeschäftigung und der Aussicht auf steigende Löhne.

EZB-Chef Mario Draghi warnt vor niedriger Inflation

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat vor einer dauerhaft niedrigen Teuerungsrate gewarnt. „Wenn die Inflation für eine längere Zeit niedrig bleibt, ist das natürlich ein Risiko an sich“, sagte Draghi am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung der Bundesbank in Frankfurt am Main. So mache es eine höhere Inflation Staaten grundsätzlich leichter, ihre Schuldenberge abzubauen.

Zugleich dämpfte EZB-Chef Mario Draghi Ängste vor einer Abwärtsspirale aus sinkenden Verbraucherpreisen und schwachem Wirtschaftswachstum. „Wir befinden uns definitiv nicht in einer Deflation.“ Voraussetzung dafür wären fallende Preise auf breiter Front - dies gilt volkswirtschaftlich als große Gefahr. Bislang gibt es laut EZB-Chef Mario Draghi aber keine Anzeichen dafür, dass Konsumenten ihre Ausgaben aufschieben und so die Wirtschaft abwürgen.

Schätzung der Inflationsrate im Euroraum für Februar erwartet

Im Januar hatte die Inflationsrate im Euroraum bei 0,8 Prozent gelegen. Unter die Schwelle von 1,0 Prozent war sie im Oktober 2013 gefallen. Damit liegt sie seit längerem weit entfernt vom Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp zwei Prozent. Am Freitag (28.2.) wird für den Euroraum die erste Schätzung für die Preisentwicklung im Februar erwartet. Einige Volkswirte rechnen damit, dass die EZB ihre Zinsen bald weiter senken wird, um sich gegen deflationäre Risiken zu stemmen.

Dax pendelt um 9600 Punkten leicht im Plus

Der deutsche Leitindex Dax pendelt vorbörslich um die Marke von 9600 Punkten. Damit steigt er gegenüber dem Vortag leicht. Am Donnerstag war die Stimmung am deutschen Aktienmarkt leicht getrübt gewesen. Der Dax rutschte kurzzeitig unter die Marke von 9500 Punkten. Am Abend schloss der deutsche Leitindex 0,8 tiefer bei 9588 Punkten.

Die Börse in Tokio verbuchte Verluste. Die Aussicht auf eine längerfristig lockere US-Geldpolitik hatte die US-Börsen dagegen am Donnerstag gestützt. Auch ermutigende US-Konjunkturdaten trugen zu Kursgewinnen bei.

Fed-Chefin Janet Yellen: Anleihekäufe bis Herbst

Vor dem Bankenausschuss des US-Senats erklärte die neue Notenbank-Chefin Janet Yellen mit Blick auf die Nullzinspolitik der Federal Reserve (Fed), eine konjunkturstimulierende Geldpolitik sei noch für eine geraume Zeit angemessen. Das Ende der Konjunkturhilfen peile sie für den Herbst an. Voraussetzung sei jedoch, dass sich der Aufschwung wie erwartet festige.

Hinter den zuletzt überwiegend schwächer ausgefallenen Konjunkturdaten vermutete sie die Auswirkungen des harten Winters. Yellen habe klargemacht, dass die Fed bereit sei, zu tun was nötig ist, um die Wirtschaft zu unterstützen, kommentierte der Chef von Sarhan Capital in New York, Adam Sarhan.

Bayer legt Bilanz vor


Bayer-Chef Marijn Dekkers legt heute die Bilanz des Chemie- und Pharmariesen für 2013 vor. Es wird eines der besten Geschäftsjahre in der Firmengeschichte erwartet. Der Umsatz wird voraussichtlich erstmals die Schwelle von 40 Milliarden Euro überschreiten. Zum Ende des dritten Quartals hatte der Konzerngewinn mit 2,7 Milliarden Euro bereits um 34 Prozent über dem entsprechenden Wert des Vorjahres gelegen.

Erst vor wenigen Tagen machte Bayer die Übernahme des norwegischen Krebsspezialisten Algeta perfekt. Mit dem Zukauf wollen die Leverkusener ihre Pharmasparte ausbauen. In der obersten Börsenliga Dax gehört die Bayer-Aktie derzeit zu den beliebtesten Titeln. Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 80 Milliarden Euro ist das Unternehmen eines der wertvollsten Unternehmen an der Börse. (mit Reuters und dpa)

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