Börse : Gewinne nicht gehalten

Kräftige Aufwärtsbewegungen bei einzelnen Titeln wie beispielsweise Bayer und Postbank und der sinkende Ölpreis taten dem Deutschen Aktienindex am Dienstag gut. Zunächst eröffnete der Deutsche Aktienindex fester. Händler zeigten sich überrascht – doch wenig später war von der Euphorie des Vortags nichts mehr zu spüren.

EU-Währungskommissar Joaquin Almunia dämpfte die Stimmung. Die Aussichten für das zweite Halbjahr 2008 und für Anfang 2009 seien nicht „sehr gut“, sagte Almunia am Dienstag in Frankfurt am Main. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht gut ein Jahr nach Ausbruch der weltweiten Finanzkrise noch kein schnelles Ende der Turbulenzen. So konnte der deutsche Leitindex seine Gewinne im Tagesverlauf nicht halten, drehte im Sog der schwächeren Wall Street und lag zum Schluss mit 6233 Punkten leicht im Minus.

Deutlich unter Druck gerieten Stahlwerte. Die Aktien von Thyssen-Krupp sackten auf 27,12 Euro ab und waren damit schwächster Wert im Dax. Salzgitter-Aktien verloren 7,1 Prozent. Börsianer verwiesen auf Berichte, denenzufolge das brasilianische Minenunternehmen Vale do Rio Doce seine Preise für Eisenerze im Herbst erneut anheben will.

Auf der anderen Seite profitierten Bayer von erneut aufgekommenen Übernahmegerüchten. Diesmal soll Pfizer Interesse angemeldet haben. Zu dem M-Dax-Titel Celesio gab es einen positiven Analystenkommentar. Positiv wirkten auch Nachrichten aus Großbritannien über Pläne zum Aufbau einer Apothekenkette. VW zeigten sich von der Diskussion in Brüssel unbeeindruckt. Die Aktie legte 0,04 Prozent auf 202 Euro zu. Allerdings stellte die Commerzbank das Papier unverändert auf Verkaufen.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,14 (Vortag: 4,18) Prozent. Auch hier wirkten sich die Finanzkrise und die Verstaatlichung der beiden US-Banken aus. Der Rentenindex Rex stieg um 0,29 Prozent auf 116,95 Punkte. Im Gegenzug fiel der Bund Future um 0,45 Prozent auf 114,76 Zähler.

Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Währung steht weiterhin unter Druck und nähert sich der Linie von 1,40 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,4144 (Montag: 1,4214) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7070 (0,7035) Euro. Erst am Abend drehte sich der Trend. Der Euro machte wieder Boden gut. Händler führten das auf schlechte Nachrichten für den Dollar zurück, denn auch zu anderen Währungen verlor der Greenback. „Gerüchte um Lehman Brothers drücken die Aktien und den Dollar“, sagte ein Marktteilnehmer. Tsp

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