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Börse : GfK: Konsumklima auf Sieben-Jahres-Hoch - Dax vorbörslich im Plus

Das Konsumklima in Deutschland liegt laut GfK auf einem Sieben-Jahres-Hoch. Trotz negativer Vorgaben aus den USA und aus Japan liegt der Dax daher vorbörslich im Plus.

Andreas Oswald
Bulle und Bär in Frankfurt.
Bulle und Bär in Frankfurt.Foto: imago

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland ist so gut wie seit sieben Jahren nicht. Zwar schätzten die Bürger die Entwicklung der Konjunktur minimal schlechter ein als im Vormonat und zeigten sich auch nicht mehr ganz so offen für größere Anschaffungen.
Doch die Erwartungen an die Entwicklung des eigenen Einkommens legten zu, wie das Marktforschungsunternehmen GfK am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Zudem blieb die Sparneigung auf ihrem extrem niedrigen Niveau. Der zusammenfassende Konsumklimaindex für März stieg deshalb auf 8,5 Punkte, nach revidiert 8,3 Zählern im Februar.

GfK: Schwächephase in Deutschland überwunden


Mit Blick auf die Entwicklung der Konjunktur gehen die Konsumenten der GfK zufolge davon aus, „dass die deutsche Wirtschaft ihre Schwächephase aus dem Vorjahr überwunden hat und in einen soliden Aufschwung einschwenkt“. Allerdings gab es im Februar nach fünf Anstiegen in Folge beim entsprechenden Teilindikator ein moderates Minus.
Die Anschaffungsneigung blieb trotz eines Mini-Rückgangs auf extrem hohen Niveau. Das Geld sitze weiter locker, erläuterte die GfK. „Niedrige Zinsen, eine stabile Beschäftigungslage sowie steigende Einkommen sorgen derzeit dafür, dass die Konsumenten eher zu größeren Anschaffungen tendieren als das Geld gegen historisch niedrige Zinsen auf die Bank zu tragen.“ Zudem erwarteten die Menschen, künftig deutlich mehr Geld im Portemonnaie zu haben. Einer der Gründe ist die niedrige Inflation.
„Die Preiserwartungen sind noch einmal heruntergegangen“, schilderte GfK-Experte Rolf Bürkl der Nachrichtenagentur dpa. Zudem gab es mit dem Tarifabschluss in der chemischen Industrie ein positives Signal - die Beschäftigten der Branche erhalten künftig 3,7 Prozent mehr Geld.
Insgesamt stiegen die Einkommenserwartungen der Verbraucher auf den höchsten Wert seit mehr als 13 Jahren.

Strauss Innovation zieht Interessenten an

Die angeschlagene Handelskette Strauss Innovation zieht offenbar eine Reihe von Interessenten an. Mehr als ein Dutzend Investoren könnten sich einen Einstieg bei dem Einzelhändler vorstellen, berichtete die „Rheinische Post“ unter Berufung auf den Sanierungsexperten Hans Peter Döhmen, der das Unternehmen berät.

Strauss hatte Ende Januar die Anwendung eines Schutzschirmverfahrens beantragt. Dies schützt Strauss vor seinen Gläubigern und soll der Kette drei Monate Aufschub vor einer drohenden Pleite geben.

Bei der angeschlagenen Einzelhandelskette Strauss wird an einem Plan zur Sanierung gearbeitet. Gleichzeitig geht die vom Strauss-Eigentümer Sun Capital Partners bereits begonnene Suche nach einem neuen Besitzer weiter.

Das Unternehmen will in dieser Zeit sein Überleben sichern. Die Handelskette mit rund 1400 Mitarbeitern schreibt tiefrote Zahlen. Döhmen zufolge sind mehr als drei Viertel der 96 Filialen jedoch profitabel.

Eintrübung des Verbrauchervertrauens in den USA

Die Wall Street hatte am Dienstag eine unerwartete Eintrübung des US-Verbrauchervertrauens belastet. Der Dow-Jones-Index verlor 0,2 Prozent, der S&P 500 und der Nasdaq-Composite jeweils 0,1 Prozent. In Frankfurt hatte der Dax mit 9699 Punkten 0,1 Prozent tiefer geschlossen.

Angesichts der enttäuschenden US-Daten kam auch in Japan am Mittwoch keine Kauflaune auf: Der Nikkei-Index gab 0,5 Prozent nach. In China notierte der Shanghai-Index 0,2 Prozent schwächer.

Was Börsianer ebenfalls interessieren wird: die Jahreszahlen von Telefónica Deutschland (O2). Auf dem deutschen Mobilfunkmarkt ist der Anbieter noch die Nummer vier. Erlaubt die EU-Kommission die geplante Übernahme von E-Plus, der derzeitigen Nummer drei, würde sich der Konzern allerdings mit einem Schlag an die Spitze vor Deutsche Telekom und Vodafone schieben. Unternehmerisch sind alle Weichen gestellt, nur die Kartellgenehmigung steht aus. (mit Reuters und dpa)

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