Börse : Hoffnung aus Fernost

Der deutsche Aktienmarkt ist zu Wochenbeginn auf Erholungskurs geblieben. Der Leitindex Dax gewann am Montag zeitweise knapp vier Prozent und stieg über die Marke von 5100 Punkten. Zum Handelsschluss notierte er noch 1,8 Prozent im Plus bei 5025 Punkten. Der M-Dax mittelgroßer Werte gewann 1,7 Prozent auf 5735 Zähler. Dem Tec-Dax verhalfen Kursgewinne im Bereich alternativer Energien zu einem Plus von 1,2 Prozent auf 538 Punkte.

„Das Umfeld hat sich deutlich aufgehellt“, sagte Postbank-Händler Thomas Stengl. Am Montag sorgte das chinesische Konjunkturprogramm für gute Laune bei den Investoren. Die chinesische Regierung will wegen der Finanzkrise bis 2010 die heimische Wirtschaft mit umgerechnet rund 460 Milliarden Euro stützen und vor allem in Infrastruktur- und Sozialprojekte investieren. Davon erhoffen sich insbesondere die Stahlproduzenten Vorteile. Die Aktie von Thyssen-Krupp legte um 6,1 Prozent zu und gehörte damit zu den besten Werten im Dax. Im M-Dax gewannen Klöckner & Co 8,3 Prozent und Salzgitter 8,7 Prozent. In Paris verteuerten sich die Titel des weltgrößten Stahlproduzenten Arcelor-Mittal zeitweise um mehr als 20 Prozent. „Die Chinesen können durch das Konjunkturprogramm mehr zu Hause absetzen und werden nicht mehr so viel Stahl nach Europa exportieren“, erläuterte ein Börsianer. Auch Chemieaktien profitierten. Die Papiere von BASF stiegen um 5,4 Prozent.

Finanzwerte gehörten dagegen zu den Verlierern. Vor allem die Aktie der Commerzbank notierte mit 3,6 Prozent deutlich im Minus. Die Anleger fürchten, dass die Dresdner Bank für die Commerzbank zu einer ähnlichen Belastung wird wie zuletzt für die Noch-Konzern-Mutter Allianz. Die schreibt wegen der Dresdner im dritten Quartal Verluste. „Die Frage ist, ob die Commerzbank mit der Dresdner die Finanzkrise gut übersteht“, sagte Bankenexperte Dirk Becker von Landsbanki Kepler. Die Commerzbank soll die Dresdner bis Ende 2009 für 9,8 Milliarden Euro übernehmen.

Im M-Dax gewannen Bilfinger-Berger-Aktien 3,3 Prozent. Deutschlands zweitgrößter Baukonzern hat dank eines florierenden Dienstleistungsgeschäfts im dritten Quartal den Gewinn deutlich gesteigert und seine Margenziele für das kommende Jahr bestätigt.

Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,55 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,13 Prozent auf 119,10 Punkte. Der Bund Future sank um 0,14 Prozent auf 117,61 Zähler. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2891 (Vortag: 1,2756) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7757 (0,7839) Euro. Tsp

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