Börse : Kaum Gewinner

Die Sorgen um den europäischen Bankensektor dominierten am Montag das Geschehen an den Finanzmärkten und rissen die Kurse nach unten. Die Einigung über das 700-Milliarden-Dollar-Rettungspaket für die US-Banken rückte da schon fast in den Hintergrund. Der deutsche Leitindex Dax verlor bis zum Handelsschluss 4,2 Prozent auf 5807 Punkte. Der M-Dax rutschte mit einem Minus von 6,4 Prozent auf 6820 Punkte, den tiefsten Stand seit November 2005. Der Technologieindex Tec-Dax fiel um 6,9 Prozent auf 675 Zähler. „An der Börse macht sich jetzt Panik breit“, sagte Heino Ruland von Frankfurt Finanz Partner. „Das ist ein Umfeld, in dem sich keiner positionieren kann, weil alles infrage gestellt wird.“

Vor allem Bankenwerte wurden erneut arg gebeutelt und verloren teilweise zweistellig. Auch die im M-Dax und S-Dax notierten Immobilienwerte wurden mit nach unten gerissen. Händler sprachen von einem Dominoeffekt. IVG verloren fast 20 Prozent, auch Gagfah, Deutsche Wohnen, Patrizia und Colonia Real Estate gaben kräftig nach.

Außerhalb des Banken- und Immobiliensektors hielten sich einige Werte jedoch erstaunlich gut. Allen voran Volkswagen, die 7,3 Prozent zulegten. Nach einem Gerichtsentscheid von vergangener Woche muss das Land Niedersachsen weiter um seine Sperrminorität bei Volkswagen bangen. Die Anleger spekulieren nun über mögliche Anteilsaufstockungen durch die beiden Großaktionäre Niedersachsen und Porsche.

Die Aktien des Energieversorgers Eon hielten sich mit einem Minus von 1,7 Prozent wacker. Auch RWE und SAP konnten ihre Verluste zumindest gering halten. Die Titel des Medizintechnik-Konzerns Fresenius Medical Care verbuchten sogar ein Plus von einem Prozent.

Im M-Dax gaben Aktien von Arcandor nach der Ankündigung einer Kapitalerhöhung um 2,1 Prozent auf 1,87 Euro nach – im frühen Handel waren sie bis auf 1,64 Euro gefallen. Die Privatbank Sal. Oppenheim hat die 23 Millionen neuen Aktien gezeichnet, wie am Nachmittag mitgeteilt wurde. Arcandor gab außerdem bekannt, dass die Anteile an Thomas Cook nicht verkauft werden. Einzige Werte im Plus waren die Aktie des Flughafenbetreibers Fraport sowie die Beiersdorf-Aktie.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,08 (Freitag: 4,24) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg unterdessen um 1,19 Prozent auf 117,97 Punkte. Der Bund Future gewann 0,79 Prozent auf 114,63 Zähler. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4349 (Freitag: 1,4640) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,6969 (0,6831) Euro.

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