Börse : Mit Verlust ins Wochenende

Der Verfall von Optionen am Terminmarkt, der oft zu ungewöhnlich hohen Kursausschlägen führt, hat den Dax am Freitag gedrückt. Der Leitindex stieg nur leicht um 0,1 Prozent auf 6446 Zähler, nachdem er im Handelsverlauf noch über die Marke von 6500 Punkten gestiegen war. Der M-Dax hielt sich deutlicher in der Gewinnzone und rückte um 0,6 Prozent auf 8409 Zähler vor. Der Tec-Dax stieg um 1,9 Prozent auf 788 Zähler.

Etwas Entspannung brachten der sinkende Ölpreis und besser als erwartete US-Konjunkturdaten. Der Preisverfall bei den Rohstoffen dämpfe die Inflationsängste etwas, und der Kursanstieg des Dollars helfe den Exportwerten, sagten Händler. Auslöser des Ausverkaufs am Rohstoffmarkt sei die Angst vor einer weltweiten Konjunkturflaute, die letztlich auch den Kursanstieg an den Aktienmärkten bremse. Die Geschäftsaussichten im verarbeitenden Gewerbe im US-Bundesstaat New York haben sich im August zudem überraschend deutlich aufgehellt. Das verbesserte die Stimmung.

So legten die Papiere von BMW um 2,4 Prozent zu, und für die Titel von MAN ging es um 2,6 Prozent nach oben. Hier verwiesen Händler zudem auf einen positiven Analystenkommentar: Die Analysten von Goldman Sachs glauben, dass sich MAN im insgesamt schwächelnden Lastwagengeschäft gut schlagen werde. Zudem rechneten die Experten der US-Investmentbank mit erneuten Fusionsspekulationen. Von der günstigen Entwicklung bei den Rohstoffpreisen profitierten Lufthansa-Aktien, die um zwei Prozent stiegen. An der Indexspitze verteuerten sich Henkel-Aktien um vier Prozent.

Größter Verlierer im Dax waren die Aktien des Chemie- und Pharmakonzerns Merck mit einem Minus von 3,1 Prozent. Händler verwiesen auf die Produktionskürzungen des LCD-Herstellers Chi Mei Optoelectronics aus Taiwan. „Das drückt die Merck-Aktien“, sagte ein Händler. Merck ist Weltmarktführer im Geschäft mit Flüssigkristallen, die in LCD-Displays eingebaut werden.

Im M-Dax verzeichneten Stada-Titel, angetrieben von neu aufgeflammten Übernahmespekulationen, einen Kurssprung von 12,6 Prozent. Der weltgrößte Generika-Hersteller Teva führt einem Zeitungsbericht zufolge Gespräche zur Übernahme des deutschen Wettbewerbers.

Am deutschen Rentenmarkt sank die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 4,22 (Vortag: 4,23) Prozent. Der Rentenindex legte um 0,03 Prozent auf 116,05 Punkte zu. Der Bund Future rückte um 0,13 Prozent auf 114,12 Punkte vor. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4729 (1,4907) US-Dollar fest. Der Dollar kostete 0,6789 (0,6708) Euro. Tsp

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