Börse : Moody's erhöht Ausblick deutscher Banken

Die Ratingagentur Moody's hat den Ausblick von 15 deutschen Banken-Gruppen hochgestuft. Während in den USA und Fernost zuletzt die Aktienkurse stiegen, sinkt der Dax am Freitag etwas.

Andreas Oswald
Bulle und Bär in Frankfurt.
Bulle und Bär in Frankfurt.Foto: imago

Nach der jüngsten Anhebung des Ausblicks für die deutsche Kreditwürdigkeit hat die Ratingagentur Moody's nun auch den Ausblick von 15 Banken-Gruppen hochgestuft. Es gehe dabei um solche Häuser, deren Rating direkt oder indirekt von dem verbesserten bundesdeutschen Ausblick profitieren würden, teilte Moody's in der Nacht zu Freitag mit. Der Ausblick der Institute sei von "negativ" auf "stabil" gesetzt worden.

Moody's vergibt Deutschland gute Noten

Moody's hatte Ende Februar die Spitzenbonitätsnote für Deutschland mit "AAA" bestätigt und den Ausblick von "negativ" auf "Stabil" angehoben. Als Grund hatte Moody's ein verringertes Risiko für die deutschen Staatsfinanzen im Zuge von Hilfen zur Überwindung der Euro-Schuldenkrise genannt.

Zur Begründung hatte es geheißen, die Ansteckungsgefahren innerhalb der Euro-Zone hätten sich reduziert. Auch die Risiken im Bankensektor für den öffentlichen Haushalt seien gesunken. Bei der Konsolidierung der Staatsfinanzen mache Deutschland weitere Fortschritte.

Zu den 15 Instituten, deren Ausblick Moody's nun anhob, gehören die Bayerische Landesbank, Dekabank , HSH Nordbank, Landesbank Baden-Württemberg, Landesbank Berlin, Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), Landesbank Saar, Norddeutsche Landesbank inklusive Bremer Landesbank sowie den WestLB-Nachfolger Portigon. Zudem gehe es um die KfW Ipex-Bank, die Landwirtschaftliche Rentenbank, die L-Bank, die LFA Förderbank Bayern, die NRW-Bank sowie die Deutsche Siedlungs- und Landesrentenbank (DSL).

EZB bringt nur kurz Bewegung in den Dax

Die Europäische Zentralbank hatte am Donnerstag nur kurz Bewegung in den deutschen Aktienmarkt gebracht. Schon am Nachmittag verfiel der Dax in Lethargie. Am Donnerstag war das Marktbarometer bei 9543 Punkten nahezu unverändert aus dem Handel gegangen.

Überraschend starke Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben den Standardwerten der New Yorker Börsen zu einem Plus verholfen. In der vergangenen Woche beantragten weniger Menschen erstmals Arbeitslosenhilfe als von Analysten erwartet. Die Zahl fiel um 26.000 auf 323.000. Das war der tiefste Stand seit drei Monaten.

Anders als die europäischen Aktienmärkte reagierte die Wall Street zudem positiv auf das Treffen der Europäischen Zentralbank, die Spekulationen auf eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik einen Dämpfer versetzte. Größere Höhenflüge der US-Börsen verhinderte am Donnerstag jedoch die Krim-Krise. Der Dow-Jones-Index schloss 0,4 Prozent höher bei 16.421 Punkten.

Warten auf die Arbeitslosenstatistik in den USA

In Washington wird heute um 14.30 Uhr MEZ die US-Arbeitslosenstatistik für Februar vorgelegt. Die Erwerbslosenquote war im Januar mit 6,6 Prozent auf den niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren gefallen. Die Quote nähert sich damit immer mehr dem Zielwert der US-Notenbank Fed. Diese hatte erklärt, nach einem Rückgang auf 6,5 Prozent ein Ende der faktischen Nullzinspolitik zu erwägen.

In ihrer letzten Sitzung verdeutlichte die Fed jedoch, dass sie wahrscheinlich auch nach der Unterschreitung des Zielwertes am historisch niedrigen Leitzins von 0 bis 0,25 Prozent festhalten wird. Für eine Anhebung sei auch die Inflationsrate maßgebend.

Zahlen von EnBW

Wenige Tage nach den tiefroten Zahlen von RWE legt heute der Karlsruher Energieversorger EnBW seine Bilanz für 2013 vor. Ein sinkender Stromabsatz und die Belastungen aus dem Atomausstieg haben EnBW in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres zu schaffen gemacht. (mit Reuters und dpa)

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