Börse : New-Economy-Ikone warnt vor überzogenen Erwartungen

Der Geschäftsführer der Neva Media GmbH, Paulus Neef, sieht die Gewinnmöglichkeiten an der Börse derzeit nicht so rosig wie vielfach beschrieben. Es sei ein Trend zur Übertreibung zu sehen.

Paulus Neef, Gründer der Internetagentur Pixelpark und eine der Ikonen der New Economy, warnt angesichts des neuen Allzeithochs vor überzogenen Erwartungen an der Börse. "Die Menschen setzen jetzt alle auf steigende Kurse, das ist hoch gefährlich. Natürlich sind nicht alle Unternehmen überbewertet, aber der Trend zur Übertreibung ist wieder zu sehen", sagte Neef, heute Geschäftsführer der Neva Media GmbH, im Gespräch mit dem Tagesspiegel. "Ich will kein Schwarzmaler sein. Aber ich verstehe nicht, dass jetzt wieder Vollgas gegeben wird wie im Jahr 1999/2000, so, als sei alles komplett vergessen." Er erwarte eine Korrektur.

Neef betonte aber auch, dass sich das Umfeld seit dem Platzen der New-Economy-Blase geändert hat. "Wenn man sich in meinem Umfeld - dem Internet - umsieht, sind es vor allem zwei Dinge: Zum einen haben sich die Rahmenbedingungen verbessert. Inzwischen sind mehr als 60 Prozent der Menschen hierzulande online. Und zum anderen sind die Geschäftsmodelle solider geworden."

Seine Pixelpark-Aktien hat Neef vor Jahren verkauft. Seine eigenen Investitionskriterien beschreibt er so: "Ich investiere in Dinge, die ich kenne und die ich beurteilen kann - wo ich die Industrie kenne, die Geschäftsmodelle und die Personen, die dahinter stehen." Daneben investiere er auch in langanhaltende Trends wie zum Beispiel in erneuerbare Energien. "Da wird es bald einen riesigen Engpass geben, das wird hochspannend", sagte Neef. (Tsp)

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