Börse : Nur der Dax dreht ins Plus

Der Wochenstart hätte an der deutschen Börse kaum schlechter ausfallen können. Nach schlechten Vorgaben aus Asien brach der Deutsche Aktienindex Dax bereits kurz nach Beginn des Handels um neun Uhr um fast fünf Prozent ein. Besonders betroffen waren die Aktien von Postbank und Post. Beide Unternehmen hatten enttäuschende Zahlen und Ausblicke vorgelegt. „Wir sehen eine gewisse Panik am Markt, die rational nicht mehr erklärbar ist“, sagte Marktstratege Hans-Jürgen Delp von der Commerzbank. Die Anleger fürchten eine Rezession. Zudem grassiert die Angst vor weiteren negativen Überraschungen in den Bankbilanzen. So fielen denn auch die Finanzaktien besonders stark: Commerzbank-Papiere um 17,5 Prozent, Deutsche-Bank-Aktien um 15,1 Prozent. Dass der Dax dennoch besser abschnitt als andere Indizes, verdankte er dem VW-Papier, das am Montag gegen den Trend um mehr als 146 Prozent stieg. Ohne den starken Kursanstieg bei VW wäre der Dax nach Berechnungen des „Handelsblatts“ um weitere 575 Punkte abgestürzt.

So blieb am Ende sogar ein Plus 0,9 Prozent bei 4334 Punkten. Der M-Dax gab dagegen um 4,9 Prozent auf 4810 Zähler nach, der Tec-Dax notierte 4,2 Prozent leichter bei 458 Punkten. Zinssenkungsfantasien entspannten die Lage ein wenig. Doch die weiteren Aussichten sind nicht gut. Die Helaba erwartet für den Donnerstag wenig erfreuliche Wachstumszahlen aus den USA für das dritte Quartal. „Ein annualisiertes Quartalsminus ist wahrscheinlich“, schreiben die Analysten. Immerhin hoffen auch sie auf Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed und – daran anschließend – auch durch die Europäische Zentralbank (EZB).

Die Lage am Geldmarkt hat sich auch zum Wochenschluss kaum entspannt. „Alles unverändert, die Sätze und die Tatsache, dass sie von der Adresse abhängen“, sagte ein Händler am Freitag. So blieb die Spanne für Tagesgeld bei 3,25 bis 3,50 Prozent, wobei einige Banken Händlern zufolge auch mehr zahlen mussten. Der Referenzzins Eonia wurde am Freitagabend mit 3,566 (Vortag: 3,567) Prozent festgelegt.

Auf dem Rentenmarkt könnte sich die Situation im Wochenverlauf bessern, sagen die Beobachter vom Bankhaus Delbrück. Sie setzen ebenso wie die Helaba-Analysten auf baldige Zinssenkungen. Am Montag stieg die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,66 (Freitag: 3,65) Prozent. Der Bund Future gewann 0,06 Prozent auf 116,99 Punkte. Der Kurs des Euro fiel weiter. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,2460 (Freitag: 1,2596) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,8026 (0,7939) Euro.

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