Börse : Obama darf weiter Schulden machen - Dax vorbörslich im Plus

Das US-Repräsentantenhaus hat überraschend schnell einer Erhöhung der Schuldenobergrenze zugestimmt. Zudem stimmte die Antrittsrede der neuen Fed-Chefin Janet Yellen positiv. Die Börsen steigen, der Dax liegt vorbörslich im Plus.

Von Andreas Oswald
Bulle und Bär in Frankfurt.
Bulle und Bär in Frankfurt.Foto: imago

Die Börsen in den USA und Fernost sind gestiegen, der Dax liegt vorbörslich im Plus. Am Mittwoch dürfte der deutsche Leitindex über 9500 Punkten in den Handel starten. Am Dienstag hatte der Dax um zwei Prozent auf 9478 Punkte zugelegt. Gute Zahlen aus China hellen die Stimmung weiter auf.

Janet Yellen betont in ihrer Rede die Kontinuität

Die ersten öffentlichen Äußerungen von Janet Yellen als Chefin der US-Notenbank brachten zwar keine Überraschungen. Börsianer sprachen aber von einem Signal der Kontinuität. Nur eine „merkliche Änderung beim Ausblick“ für die Wirtschaft würde die Währungshüter dazu veranlassen, das Tempo bei der Bondkauf-Reduzierung rauszunehmen und eine Pause bei dem so genannten „Tapering“ einzulegen, sagte Yellen auf eine entsprechende Frage bei ihrer Anhörung vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses. Die Fed-Bondkäufe folgten „keinem vor-festgelegten Kurs“.

„Ihre Botschaft zur Kontinuität bei der Politik und - damit einhergehend - die Kontinuität beim Ausblick legen nahe, dass sie auf Kurs bleiben werden“, sagte Keith Hembre, ein ehemaliger Analyst der Minneapolis-Fed, der nun Chefökonom von Nuveen Asset Management ist.

Die Aussicht auf klare Verhältnisse in der Geldpolitik beflügelte die Wall Street. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 1,2 Prozent auf 15.994 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 1,1 Prozent auf 1819 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte ein Prozent auf 4191 Punkte vor.

Die Ära der Obstruktion durch die Tea Party ist vorerst zu Ende

Unterdessen hat das US-Repräsentantenhaus einer Erhöhung der Schuldenobergrenze zugestimmt. Und das ohne Vorbedingung von Seiten der Republikaner. Damit dürfte die Ende des Monats drohende Zahlungsunfähigkeit der Regierung für ein Jahr abgewendet sein. Die Zustimmung kam zustande, weil einige Republikaner sich dem Druck von Präsident Obama beugten. Damit ist die Ära der Obstruktion durch die Tea Party, die in der Vergangenheit große Unsicherheit an den Märkten verursacht hatte, vorerst zu Ende. Im Senat, in dem die Demokraten die Mehrheit haben, könnte am Mittwoch die Debatte über die Schuldenobergrenze beginnen.

Gute Nachrichten gibt es aus China: Die chinesischen Exporte haben im Januar überraschend deutlich um 10,6 Prozent zugelegt. Die Importe kletterten um zehn Prozent. Experten hatten lediglich mit zwei und drei Prozent gerechnet.

Daimler plant Werk außerhalb Deutschlands

Aus den Unternehmen gibt es neue Nachrichten. Daimler erwägt zum Ausbau seines Geschäfts mit Kompaktwagen ein neues Werk außerhalb Deutschlands. „Wir denken über ein ausgewachsenes zusätzliches Werk nach - das wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht in Deutschland liegen", sagte Vorstandschef Zetsche. Den Vorwurf einer zu engen Verbindung der Autoindustrie mit dem ADAC wies Zetsche zurück. „Ich wüsste nicht, worin diese große oder zu große Nähe bestanden haben soll", sagte Zetsche. Er habe dafür keine Indizien.

Die Allianz wird für 110 Millionen Euro vierter Aktionär des FC Bayern München. Der Namensgeber des Stadions "Allianz-Arena" erwirbt über eine Kapitalerhöhung 8,33 Prozent.

Fresenius hat eine vorranginge, unbesicherte Anleihe im Volumen von 300 Millionen Dollar mit einer Laufzeit von sieben Jahren platziert. Die Anleihe wurde zum Nennwert ausgegeben. Der Coupon beträgt 4,250 Prozent. (mit Reuters und dpa)

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