Börse : Scheinbare Stabilisierung

Nach dem Einbruch am Vortag hat sich der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag etwas stabilisiert und Kursgewinne verbucht. Der Dax sank dennoch bis zum späten Nachmittag im Sog der Wall Street um 2,5 Prozent auf 4887 Zähler. Dies war der tiefste Stand seit drei Jahren. Der M-Dax gewann 0,12 Prozent auf 5711 Punkte. Der Tec-Dax legte um 1,6 Prozent auf 542 Zähler zu. Analysten erklärten die Kursgewinne vor allem mit einer technischen Gegenbewegung nach den jüngsten, deutlichen Verlusten. „Nach dem Schock vom Dienstag beruhigt sich die Lage nun erst mal wieder ein bisschen“, sagte ein Händler. „Das heißt aber nicht, dass der Sturm schon ganz vorbeigezogen ist.“

Vor allem Aktien der Finanzbranche waren gefragt: Die der Commerzbank kletterten um 7,9 Prozent auf 10,75 Euro an die Dax-Spitze. Die Aktien von Hypo Real Estate (HRE) stiegen um sieben Prozent auf 4,41 Euro. Einem Bericht der „New York Times“ zufolge, wonach die US-Regierung Beteiligungen an amerikanischen Banken plant, maßen sie nur eine leicht positive Wirkung zu.

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin will die Kursbewegungen der Premiere-Aktie in den vergangenen Tagen genauer unter die Lupe nehmen. Es handle sich um eine routinemäßige Analyse, sagte eine Sprecherin am Donnerstag.Geprüft würden der Handel und die jüngsten Veröffentlichungen daraufhin, ob es Anhaltspunkte für kapitalmarktrechtliche Verstöße gebe. Das Unternehmen hatte vor einer Woche einen operativen Verlust angekündigt, fast eine Million Karteileichen gemeldet und angekündigt, mit den Banken über die Kreditvereinbarungen zu verhandeln. Die Aktien gingen daraufhin auf Talfahrt. Am Donnerstag lagen sie jedoch deutlich im Plus, zeitweise fast 18 Prozent.

Die Aktien des Düngemittelherstellers K+S stiegen mit plus 3,28 Prozent auf 48,78 Euro in die Dax-Spitze. Der weltgrößte Agrar- und Biotechkonzern Monsanto hatte signalisiert, dass der Agrarboom ungebrochen ist und die Kreditkrise bei US-Farmern bisher auch keine Liquiditätsengpässe zur Folge gehabt habe. DZ-Bank-Analyst Heinz Müller wies in einem Kommentar zudem darauf hin, dass K+S erneut Preiserhöhungen in Europa habe durchsetzen können, wo rund 60 Prozent des Umsatzes generiert würden. Die Papiere von Continental dehnten ihre jüngsten Kursverluste um 3,69 Prozent auf 41,74 Euro aus. Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,86 (Vortag: 3,64) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,23 Prozent auf 119,91 Punkte. Der Bund Future fiel um 0,31 Prozent auf 115,95 Zähler zu.

Der Kurs des Euro ist gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3682 (Mittwoch: 1,3731) Dollar fest.

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