Börse : Thyssen-Krupp senkt Verluste - deutsches BIP leicht im Plus, Dax vorbörslich deutlich im Plus

Thyssen-Krupp hat im vergangenen Quartal die Verluste in Übersee deutlich verringert. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag im Schlussquartal 2013 leicht im Plus. Der Dax startet trotz negativer Vorgaben aus Japan vorbörslich positiv.

Andreas Oswald
Bulle und Bär in Frankfurt.
Bulle und Bär in Frankfurt.Foto: imago

Der angeschlagene Stahlhersteller Thyssen-Krupp hat im vergangenen Quartal die Verluste bei den Werken in Übersee deutlich verringert. Auch deswegen steigerte der Konzern den operativen Gewinn 247 Millionen Euro, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahresabschnitt, wie das Unternehmen am Freitagmorgen mitteilte.

Von Reuters befragte Analysten hatten den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von Oktober bis Ende Dezember auf 213 Millionen Euro taxiert. Sondereffekte wie Beteiligungsverkäufe sind aus der Kennziffer herausgerechnet. Unter dem Strich fuhr Thyssen-Krupp allerdings einen Verlust von 69 Millionen Euro ein. Dabei schlugen Abschreibungen im Zusammenhang mit der geplanten Veräußerung des Anteils an dem finnischen Konkurrenten Outokumpu zu Buche.

ThyssenKrupp strebt nach drei Milliardenverlusten ein ausgeglichenes Ergebnis an

Vorstandschef Heinrich Hiesinger bekräftigte die Prognose für das Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende September). „Wir sind mit einem guten ersten Quartal in das neue Geschäftsjahr gestartet, ohne dass wir Rückenwind von der Konjunktur hatten.“

ThyssenKrupp bekommt nun die Werke in Brasilien und den USA besser in den Griff. Der operative Verlust von Steel Americas lag bei 17 Millionen Euro, nachdem im Vorjahrszeitraum noch ein Fehlbetrag von 122 Millionen Euro in den Büchern gestanden hatte. Der Konzern profitiere in Amerika von einer höheren Auslastung, Kostensenkungen und positiven Währungseffekten. Im europäischen Stahlgeschäft musste Thyssen-Krupp hingegen Federn lassen.

Der Vorstand hat sich nach 599 Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr für die neue Periode einen operativen Gewinn von rund einer Milliarde Euro vorgenommen. Die Kosten sollen um weitere 850 Millionen Euro sinken. Nach drei Milliardenverlusten in Folge will sich ThyssenKrupp unter dem Strich zumindest wieder in Richtung eines ausgeglichenen Ergebnisses bewegen. Probleme bei zwei Stahlwerken in Übersee hatten den Traditionskonzern in eine tiefe Krise gestürzt. Der geplante Verkauf des Werks in den USA kommt inzwischen voran. Von dem in Brasilien will sich der Konzern früheren Angaben zufolge „mittel- bis langfristig“ trennen.

Der Dax liegt vorbörslich über 9600 Punkten


Der Aufschwung am deutschen Aktienmarkt geht vorbörslich weiter. Der Dax steigt über die Marke von 9600 Punkten. Am Donnerstag hatte er mit 9597 Zählern noch knapp darunter geschlossen, war allerdings mit einem Plus von 0,60 Prozent aus dem Handel gegangen.

Die Vorgaben aus Amerika sind teils positiv. Die Anleger an der Wall Street haben sich am Donnerstag nicht von schwachen Konjunkturdaten irritieren lassen und für steigende Kurse gesorgt. Die US-Einzelhändler erlitten zwar zu Jahresbeginn überraschend Umsatzeinbußen und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen unerwartet zahlreich aus.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Schluss mit 16.027 Punkten 0,4 Prozent höher. Allerdings sind die Vorgaben aus Asien deutlich schlechter. Der Nikkei-Index in Tokio verlor zeitweise bis zu zwei Prozent.

Das deutsche BIP steigt

Die deutsche Wirtschaft hat ihren moderaten Wachstumskurs im Schlussquartal 2013 vermutlich fortgesetzt. In einer ersten Schätzung hatte das Statistische Bundesamt das Plus des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) zum Vorquartal auf etwa ein Viertel Prozent beziffert. Erste belastbare Ergebnisse für das vierte Quartal legt die Behörde heute vor.

Im Gesamtjahr legte das preisbereinigte BIP nach den vorläufigen Zahlen um 0,4 Prozent zu. Dabei fiel der traditionell starke Exportmotor als Antreiber der Konjunktur aus. Stattdessen haben die Verbraucher die deutsche Wirtschaft vor einem Absturz bewahrt. (mit dpa und Reuters)

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