Börse : Tiefer Sturz, leicht gebremst

Die Aktienmärkte kommen nicht zur Ruhe. Am Donnerstag brachen die Börsen weltweit den zweiten Tag in Folge ein. Mehrere Indizes fielen unter ihre Jahrestiefststände, die sie auf dem Höhepunkt der Bankenkrise vor wenigen Wochen erreicht hatten. Der Deutsche Aktienindex Dax brach zeitweise um 4,5 Prozent ein. Kurz vor Börsenschluss notierte er noch immer 1,8 im Minus bei 4489 Punkten. Der Technologieindex Tec-Dax verlor sogar 5,1 Prozent auf 5,3 Punkte. Auch in Asien stürzten die Kurse erneut ab. In den USA eröffnete der Dow Jones dagegen leicht im Plus und stoppte damit seinen Abwärtstrend. Auch der Dax konnte davon profitieren.

Grund für den starken Rückgang sind die Furcht vor einer weltweiten Rezession sowie neue Hiobsbotschaften von den Unternehmen. Angesichts des weltweiten Abschwungs und des Nachfrageausfalls in den USA müssen immer mehr Firmen ihre Gewinnprognosen nach unten schrauben. In Deutschland sorgte vor allem der Autokonzern Daimler mit einer Gewinnwarnung für Aufregung. Darunter litten auch andere Autobauer und Zulieferfirmen. Die Aktie von Continental gab um 7,2 Prozent nach.

Siemens-Aktien verloren mehr als acht Prozent, nachdem der Schweizer Elektrotechnikkonzern und Konkurrent ABB mitgeteilt hatte, dass die Finanzkrise das Auftragswachstum stoppt. Nach Angaben des Unternehmens haben Kunden Mühe, Bankfinanzierungen für neue Großprojekte zu finden und schieben deshalb Investitionen hinaus. Die ABB-Aktien brachen in Zürich um mehr als 17 Prozent ein.

Eine weitere Gewinnwarnung erreichte den Markt vom Rüstungskonzern Rheinmetall, der zehn Prozent weniger erwartet. Die Aktie gab daraufhin um 11,67 Prozent nach.

Einige Aktien erwiesen sich dagegen als Stütze für die Märkte. Dazu gehörte neben Bayer und der Deutschen Börse auch der Gasespezialist Linde. Börsianer verwiesen zur Begründung auf gute Nachrichten von der Konkurrenz: „Die Zahlen von Air Liquide waren ganz ordentlich“, sagte ein Händler. Linde-Titel stiegen um 1,9 Prozent. Im M-Dax legten die Aktien der Baumarktkette Praktiker um 12,8 Prozent zu, nachdem das Unternehmen gute Zahlen vorgelegt hatte.

Der Rentenmarkt tendierte fest. Die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere sank auf 3,76 (Vortag: 3,82) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,24 Prozent auf 118,74 Punkte. Der Euro fiel zeitweise um gut einen Cent bis auf ein Zwei-Jahres-Tief von 1,2726 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2810 (Mittwoch: 1,2843) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7806 (0,7786) Euro. Tsp

Kurse, Charts und Watchlisten finden Sie auch auf unseren Internetseiten unter

www.tagesspiegel.de/finanzen

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben