Börse : US-Immobilienkrise lässt Kurse in Asien absacken

In den USA können viele Hausbesitzer mit geringem Einkommen ihre Hypothekenkredite nicht zurückzahlen - mit drastischen Folgen für die Finanzmärkte: Das Vertrauen der Anleger auf dem Bankensektor ist weltweit erschüttert.

TokioIm Eindruck der Immobilienkrise in den USA haben die internationalen Aktienbörsen ihre Talfahrt fortgesetzt. Wegen der hohen Verluste schossen die Zentralbanken erneut frisches Kapital in die Märkte. An der Börse in Japan ging der Handel mit einem Minus des Leitindex von fast 2,4 Prozent zu Ende. In Hongkong notierten die Kurstafeln im frühen Geschäft ein Minus von rund drei Prozent, in Singapur von mehr als 3,3 Prozent. Die Börse in Manila schloss minus drei Prozent. Damit setzte sich in Asien die Abwärtsbewegung fort, nachdem an der Weltleitbörse in der New Yorker Wall Street am Vorabend der Dow-Jones-Index bereits um mehr als 2,8 Prozent abgesackt war. Der Dax in Frankfurt hatte gestern zwei Prozent verloren.

Weil in den USA viele Banken zunehmend auf Immobilienkrediten sitzenbleiben, die Kunden mit geringen Einkommen nicht mehr bedienen können, kommt es dort seit Wochen zu Kursverlusten bei Aktien aus dem Bankensektor. Nach Ansicht vieler Aktienhändler wirkt sich diese Entwicklung auch auf den Konsum der Verbraucher und damit letztlich auf die Konjunktur in den USA insgesamt negativ aus. In Deutschland war wegen Fehlspekulationen mit solchen US-Hypotheken Ende Juli die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB in eine gewaltige Schieflage geraten und musste durch Milliardenhilfen anderer Banken gerettet werden.

Mit zusätzlichen Krediten mit sehr kurzer Laufzeit, so genannten Schnelltendern, die den Geschäftsbanken zu niedrigen Zinsen angeboten werden, versuchen die Zentralbanken die Märkte flüssig zu halten. Damit soll verhindert werden, dass die Zinssätze für kurzfristige Kredite zu sehr steigen, was die Aktienmärkte zusätzlich belasten würde. Die Bank von Japan pumpte heute beispielsweise umgerechnet mehr als sechs Milliarden Euro in den Markt. Die australische Zentralbank stellte umgerechnet gut drei Milliarden Euro zur Verfügung. Gestern hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Markt so zusätzlich mit 95 Milliarden Euro versorgt. (mit AFP)

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