BÖRSEN Ausblick : Die Anleger warten auf gute Nachrichten

Die Anleger haben in der vergangenen Woche ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Am Mittwoch war der Deutsche Aktienindex Dax kurzzeitig unter die Marke von 6000 Punkten gesunken und damit auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren.

Heike Jahberg
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Gründe für den Absturz gab es genug: die Finanzkrise, die Bankenpleite in den USA, die hohe Inflation und das teure Öl. Doch zum Wochenschluss konnte sich der Leitindex wieder erholen und kletterte auf fast 6400 Punkte. Alle fragen nun: Ist das nur ein Zwischenhoch oder haben die Anleger wirklich das Schlimmste hinter sich?

Die Experten sind sich uneinig. Die Optimisten verweisen darauf, dass das Öl wieder billiger geworden ist. Auch die jüngsten Zwischenergebnisse amerikanischer Banken sind besser ausgefallen als befürchtet. Dagegen warnte das Institut der deutschen Wirtschaft am Sonnabend vor einem Konjunkturabschwung im kommenden Jahr. Und in den USA wächst die Angst vor der Inflation. Am Freitag forderte Gary Stern, Mitglied des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed, eine Zinserhöhung. Die Risiken für die Konjunktur im Zuge der Hypothekenkrise seien mittlerweile unter Kontrolle, sagte Stern der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Ich sorge mich etwas mehr um die Inflationsaussichten.“ Die Verbraucherpreise waren im Juni überraschend deutlich um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Damit erreichte die Inflation in den USA den höchsten Stand seit 1991.

Angesichts einer Flut von Unternehmensbilanzen aus den USA und Europa mögen die meisten Analysten für die neue Woche keine konkreten Prognosen abgeben. „Bei den Kursbewegungen der letzten Tage ist es einfach zu sagen, dass wir weiterhin mit hohen Schwankungen rechnen“, sagt Tobias Basse, Analyst bei der NordLB. Nachdem schon zahlreiche US-Konzerne ihre Quartalszahlen vorgelegt haben, folgen in der kommenden Woche weit über 100 große US-Unternehmen, unter anderem die Bank of America, Apple und Texas Instruments, Yahoo, Amazon und Boeing. In Deutschland legen unter anderem die Autokonzerne Daimler und VW ihre Zwischenberichte vor. Auch der Spezialchemie- und Pharmakonzern Merck sowie der Chiphersteller Infineon präsentieren Quartalszahlen.

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