BÖRSEN Ausblick : Privatanleger scheuen das Risiko

Springt der Deutsche Aktienindex über die Marke von 6000 Punkten oder nicht – mit dieser Frage gehen die Investoren am Aktienmarkt in die neue Woche.

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Frankfurt am Main - Die Aussichten sind rosig, sagen selbst eher vorsichtige Börsenexperten. Die Weltwirtschaft zeigt 2010 kräftig nach oben, die Konsumausgaben steigen, Schwellenländer wie China, Brasilien und Indien geben der Entwicklung einen kräftigen Schub. Der kommt den Unternehmen und der Börse zugute, sagt Frank-Peter Martin, Partner beim Bankhaus Metzler. Aktien seien 2010 die Anlageklasse mit den besten Chancen. Die Dividendenrendite sei erstmals seit fast 25 Jahren höher als bei deutschen Staatsanleihen.

Wieland Staud vom gleichnamigen Analysehaus spricht von einer „faszinierend guten“ Seite, die der Dax aktuell zeige. Gehe es weiter hoch auf mehr als 6100 Punkte, dann könnten 7000 Punkte noch in diesem Jahr „eine leichte Übung“ sein. Dies sind erstaunliche Töne. Schließlich waren die mittlerweile fast komplett vorgelegten Bilanzen für 2009 zwar gut, aber eben nicht besser als erwartet.

Die Privatanleger sind daher auch nur vorsichtig optimistisch. Der jüngsten Studie von Union Investment zufolge trauen 41 Prozent der Befragten dem Dax in den kommenden sechs Monaten eine weitere Bergfahrt zu. Im letzten Quartal 2009 waren es mit 45 Prozent jedoch erkennbar mehr. „Die Risikoaversion der Anleger ist hoch“, sagt Hans-Joachim Reinke, stellvertretender Chef von Union Investment.

Die Skeptiker finden in diesen Tagen kaum Gehör. Joachim Goldberg vom Analysehaus Cognitrend sieht an der Börse einen „Mangel an Dynamik“. Arnim Kogge vom Bankhaus Ellwanger & Geiger attestiert dem Markt zwar eine stabile Aufwärtstendenz. „Aber die Kurse sind in einer Höhe angekommen, in der ein weiteres Vorwärtskommen sehr schwierig sein wird.“ Bemerkenswert ist, dass die Börsianer die eher schwachen Konjunktursignale aus dem ersten Quartal ebenso wenig interessieren wie die Diskussion um die Stabilität des Euro-Raums und die Warnung der Europäischen Zentralbank, dass die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise die Euro-Länder noch 20 Jahre lang belasten werden.

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