BÖRSEN Ausblick : Täglich wechselnde Vorlieben

Die Börse hält sich nicht nur, die Kurse suchen sogar weiter den Weg nach oben. Mittlerweile sehen Börsianer sogar schon „Kaufpanik“. Anleger ergreift die Furcht, sie könnten zu spät auf den Zug weiter steigender Kurse aufspringen.

Rolf Obertreis

Frankfurt am Main -  Der März entpuppte sich überraschend als bester Börsenmonat seit April 2008. Am Freitag hielt sich der Deutsche Aktienindex Dax fast durchgehend über der Marke von 4400 Punkten. Ende Februar stand er noch bei gut 3800 Punkten. Um 15 Prozent sind die Kurse seitdem gestiegen.

Die 1,1-Billionen- Dollar-Spritze des G -20-Gipfels und die Hoffnung auf weitere Zinssenkungen durch die Europäische Zentralbank schüren die Hoffnung der Börsianer ebenso wie die Deutsche Bank, die vage angedeutet hat, dass der März wieder schwarze Zahlen beschert hat. Aber sonst dominieren die schlechten Nachrichten, wie etwa aus dem Maschinenbau, dem die Aufträge im März um die Hälfte weggebrochen sind.

Die Privatanleger bleiben einer Umfrage von JP Morgan zufolge skeptisch. Der Anteil der Optimisten, die im nächsten halben Jahr steigende Kurse erwarten, ist auf nur noch gut 17 Prozent gesunken. „So negativ waren die Befragten nicht einmal in der besonders turbulenten Zeit im Oktober 2008 gestimmt“, sagt JP-Morgan-Direktor Jean Guido Servais. Von einer Trendwende könne noch keine Rede sein, betont auch Markus Wallner von der Commerzbank, „die Bodenbildung ist noch nicht abgeschlossen“. Mit anderen Worten: So schnell und überraschend, wie der Dax gestiegen ist, kann es auch wieder gen Süden gehen. Wallner jedenfalls sieht weiter große Unsicherheit unter den Börsianern. Wichtigstes Indiz: Die Favoriten und Branchen, in die sie ihr Geld stecken, wechseln fast täglich. An einem Tag stützen die Banken den Dax, am nächsten sind es Autowerte oder Konsumpapiere.

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