Börsencrash : Panikverkäufe lassen Aktienkurse in Asien einbrechen

Den zweiten Tag in Folge verzeichnen Asiens Börsen dramatische Kurseinbrüche. In Indien musste der Handel sogar zeitweise komplett ausgesetzt werden. Vor dem Handelsstart in Europa und in den USA wächst die Spannung.

Hongkong/TokioDer indische Börsenhandel wurde in den ersten Minuten nach der Eröffnung gestoppt. Das Kursbarometer Sensex rutschte zuletzt um mehr als 12 Prozent ab. Es war der größte prozentuale Verlust an einem Tag in der Geschichte der Börse von Bombay. Sogar der indische Finanzminister mischte sich ein: Er rief die Anleger zur Ruhe auf.

In Tokio schloss der Nikkei-225-Index um 5,65 Prozent schwächer. Er lag erstmals seit 26 Monaten unter der 13.000-Punkte-Marke. Auch in anderen asiatischen Ländern gingen die Kursverluste weiter. So verlor der Hang-Seng-Index in Hongkong knapp neun Prozent, der Shanghai-Composite-Index rutschte um rund acht Prozent ab. In Seoul verlor der Kospi-Index 5,79 Prozent. Auch die Börsen in Jakarta erlitten deutliche Verluste - der Jakarta-Index brach um rund 10 Prozent ein.

Feiertag in den USA

Die US-Finanzkrise gilt als Auslöser des Börsencrash. Weltweit wächst die Angst vor einer Rezession. Gestern waren die Aktienmärkte an vielen Börsen eingebrochen. In den USA selbst fand alleredings wegen des Martin-Luther-King-Feiertags kein Handel statt. Deshalb wird das Geschehen an der Wall Street heute mit besonderer Spannung erwartet.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) stürzte so stark ab wie seit den Anschlägen in New York am 11. September 2001 nicht mehr und schloss über sieben Prozent im Minus bei 6790 Punkten. Die schwersten Verluste mussten Finanztitel einstecken: Investoren fürchten, dass sich in zahlreichen Bilanzen weitere Risiken aus der US-Finanzkrise verbergen. Sie halten zudem das von US-Präsident George W. Bush angekündigte Konjunkturprogramm für nicht ausreichend.

Glos: Deutsche Wirtschaft wächst weiter

Der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, sagte bei einem Treffen der Finanzminister der Euro-Staaten, sollte es in den USA tatsächlich zu einer Rezession kommen, bliebe dies nicht ohne Folgen für das Wachstum in der Eurozone. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) betonte im Sender N24 allerdings, er sehe die deutsche Wirtschaft trotzdem "auf einem Wachstumspfad". Die Kursstürze seien "eine Krise der Banken und des Geldes", betonte er. (svo/dpa/afp)

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