Börsenstart : Dax auf tiefstem Stand seit Juli 2006

Neue Hiobsbotschaften von der Börse: Massive Verluste an den Weltbörsen und die Verschärfung der Finanzkrise haben den deutschen Aktienmarkt am Montag zum Auftakt tief ins Minus gedrückt. Der größte Verlierer: die angeschlagene Hypo Real Estate.

Frankfurt/Main Die Finanzmarktkrise hat die Weltbörsen am Montagvormittag erneut auf Talfahrt geschickt. Die Turbulenzen um den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate ließen den Dax zeitweise um rund fünf Prozent einbrechen. Auch die wichtigsten europäischen Börsen starteten mit starken Verlusten in die neue Handelswoche. Der japanische Leitindex Nikkei fiel mit einem Minus von mehr als vier Prozent auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren.

Vor allem Finanztitel zählten weltweit zu den großen Verlierern. Die Hypo-Real- Estate-Aktie brach in Frankfurt um mehr als 40 Prozent ein und verlor in der ersten Stunde etwa ein Drittel seines Wertes. Der Euro sank erneut und kostete im frühen Handel 1,36 Dollar (Freitag: 1,38). "Es bleibt offen, ob das Volumen des Rettungspakets diesmal ausreicht", kommentierte ein Börsianer die Unsicherheit.

Alle 30 Dax-Aktien im Minus

Bundesregierung und Finanzwirtschaft mussten den Münchner Dax-Konzern in der Nacht zum Montag zum zweiten Mal innerhalb einer Woche vor einem Zusammenbruch retten, indem sie das Kreditpaket von 35 auf 50 Milliarden Euro aufstockten. Der Leitindex Dax sackte am Montagvormittag um mehr als fünf Prozent auf etwa 5500 Punkte, den tiefsten Stand seit Juli 2006. Alle 30 Dax-Aktien standen im Minus. Der Euro-Stoxx 50, der Index für die größten europäischen Unternehmen, gab ähnlich stark nach wie der Dax.

In Großbritannien und Frankreich gingen die Kurse ebenfalls auf Sinkflug. Die stärksten Verluste verzeichnete die Börse in Wien. Die Kurse verloren am Vormittag mehr als sieben Prozent. Zuvor hatte die Sorge um die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die reale Wirtschaft bereits die asiatischen Aktienmärkte auf Talfahrt geschickt. Der 225 führende Werte umfassende Nikkei schloss bei 10.473,09 Punkten mit 4,3 Prozent im Minus. Der Hang Seng Index in Hongkong verlor bis zum Nachmittag (Ortszeit) fünf Prozent.

Auch die Ölpreise gerieten kräftig unter Druck. Ein Barrel (159 Liter) der US- Sorte WTI zur Lieferung im November kostete am Morgen 91,87 US-Dollar und damit 2,01 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Freitag. (mfa/dpa)


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