Bonuszahlungen : Wall-Street-Banker streichen über 70 Milliarden Dollar ein

Krise ohne Konsequenzen: Trotz des Finanzchaos an der Wall Street können sich die Banker nach einem Zeitungsbericht noch immer milliardenschwere Bonus-Zahlungen sichern. Meist stehen die Zahlungen in keinem Verhältnis zum Wertverlust der Aktien der Kreditinstitute.

London/New YorkAllein die Bezüge der Mitarbeiter der sechs größten Banken summierten sich für die bisherige Arbeit in diesem Jahr auf über 70 Milliarden US-Dollar (50 Milliarden Euro). Davon entfällt ein Großteil auf Boni, wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtete. Das entspricht etwa zehn Prozent des Volumens vom Rettungspaket der US-Regierung. In Großbritannien hat sich die Höhe der Bonus-Zahlungen für Banker in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdreifacht. Während im Jahr 2003 das Volumen der Sonderzahlungen bei fünf Milliarden Pfund lag, wurden zum Ende des Steuerjahres im vergangenen April 16 Milliarden Pfund (20,6 Milliarden Euro) ausgeschüttet, wie aus der offiziellen Statistik hervorgeht.

Branchenübergreifend bekamen Beschäftigte in Großbritannien Boni in Höhe von 28 Milliarden Pfund. An der Wall Street stünden die Zahlungen in keinem Verhältnis zu dem Wertverlust, den die Aktien der Banken seit Jahresbeginn verzeichnen mussten, schrieb der "Guardian" weiter. Die Papiere der Citigroup und von Goldman Sachs fielen um über 45 Prozent. Die Titel von Merrill Lynch und Morgan Stanley gingen sogar um über 60 Prozent in den Keller. Die bisherigen Gesamtbezüge der Morgan-Stanley-Mitarbeiter von fast 10,7 Milliarden Dollar seien zwischenzeitlich sogar höher als der Börsenwert des Unternehmens gewesen.

Bei den Citigroup-Mitarbeitern summierten sich die Bezüge inklusive Boni in den ersten neun Monaten dieses Jahres nach Recherchen des "Guardian" auf 25,9 Milliarden Dollar. Die Bank hatte eine Geldspritze aus dem Rettungspaket der Regierung in annähernd derselben Höhe erhalten. Die Bezüge der Goldman-Sachs-Mitarbeiter addierten sich den Recherchen zufolge bislang auf 11,4 Milliarden Dollar. Bei Morgan Stanley lag die Summe bei 10,7 Milliarden Dollar, bei JP Morgan waren es 6,5 Milliarden Dollar und bei Merrill Lynch 11,7 Milliarden Dollar, wie der "Guardian" weiter berichtete. (mfa/dpa)

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