Commerzbank : Der Staat soll nur Notlösung sein

Nachdem die Aktionäre am Samstag notgedrungen der Teilverstaatlichung der zweitgrößten deutschen Bank zugestimmt hatten, gab sich der Commerzbank-Chef Blessing vor der Industrie- und Handelskammer schon wieder einigermaßen zuversichtlich.

Berlin - Es war sein erster Auftritt nach einer schwierigen Hauptversammlung. Aber die zweitägigen Strapazen ließ sich Martin Blessing, Vorstandschef der schwer angeschlagenen Commerzbank, am Montagmorgen in Berlin nicht anmerken. Nachdem die Aktionäre am Samstag notgedrungen der Teilverstaatlichung der zweitgrößten deutschen Bank zugestimmt hatten, gab sich der Marathonläufer vor der Industrie- und Handelskammer schon wieder einigermaßen zuversichtlich. Wenn der Bund im Laufe der nächsten Wochen mit einem Anteil von 25,1 Prozent im Boot sei, dann komme die Commerzbank auf eine Kapitalquote von gut zehn Prozent. „Das ist genug, um gut durch die Krise zu kommen“, sagte der 45-Jährige. Spätestens 2011 werde die Commerzbank wieder schwarze Zahlen schreiben. Für 2012 peilt er bereits eine Eigenkapitalrendite von zwölf Prozent an. „Dann werden wir mit der Rückzahlung der Bundesmittel beginnen“, kündigte Blessing an.

Bei der kurzfristigen Prognose ist der Bankchef sehr viel zurückhaltender. Eine Gewinnprognose für 2009 und 2010 wollte er nicht geben. „Wir wissen nicht, wie es sich entwickelt.“ Er selbst glaubt nicht an den schnellen Aufschwung. Bis zur Bodenbildung werde es noch eine Weile dauern. „Wir haben noch einige schwierige Quartale vor uns.“

Blessing hat Erfahrung mit schwierigen Quartalen. Nach der Übernahme der Dresdner Bank war sein Haus tief in die roten Zahlen gerutscht und musste um Staatshilfe bitten. Als Folge daraus will sich die Bank nun auf das Kerngeschäft konzentrieren, die Bilanzsumme – auch auf Druck der EU – zurückfahren und sich von schwierigen Produkten trennen. Dazu gehören unter anderem strukturierte Wertpapiere im Volumen von 30 Milliarden Euro.pet

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