Dax-Konzerne : Hypo Real befürchtet Zerschlagung

Auflösung oder Sanierung? Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate sieht seine Gesundung durch anhaltende Spekulationen über eine drohende Abwicklung gefährdet.

232425_0_e603eeaf
Geht einer ungewissen Zukunft entgegen: die Hypo Real Estate -Foto: getty

München/Berlin"Die Investoren brauchen Klarheit", hieß es am Mittwoch in Finanzkreisen. Sie müssten wissen, ob das Ziel des Hilfspakets von Banken und Bund die Rettung des Unternehmens sei oder nur eine Zerschlagung ermöglichen solle. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte bei dem 35-Milliarden-Rettungspaket für die Hypo Real Estate (HRE) von einer "geordneten Abwicklung" beziehungsweise "geordneten, marktschonenden" Vermögensverwertung bei dem Dax-Konzern gesprochen. Dies stößt in München auf Unverständnis, da der Konzern seinen Bestand mit den Krediten als gesichert ansieht. Dem angeschlagenen Immobilienfinanzierer droht jedoch als Folge der Rettungsaktion im schlimmsten Fall praktisch die Auflösung.

Das Hilfspaket sieht nach Angaben von Bundesbank und der Finanzaufsicht Bafin vor, dass die HRE unter anderem die Anteile ihrer vier operativen Tochtergesellschaften als Sicherheit für den Rettungskredit pfänden muss. Das Kernvermögen geht auf eine zu gründende Zweckgesellschaft über. Falls sie den Kredit nicht zurückzahlen kann, steht ein Verkauf der Tochtergesellschaften an.

Frage, ob die Garantie fällig wird

Steinbrück hatte am Dienstagabend nach einer Sitzung des Haushaltsausschusses des Bundestages bekräftigt, dass nach dem Rettungspaket die Vermögenswerte der HRE verwertet werden. "Uns ist sehr daran gelegen, dass wir über diese Lösung einen geordneten, marktschonenden Prozess in Gang setzen der Verwertung der Assets (Vermögenswerte), die diese Bank hat." Womöglich werde soviel an Erlösen erzielt, dass die Garantie des Bundes niemals tatsächlich fällig werde. "Das ist der Sinn der Konstruktion."

Steinbrück hatte einen "gewissen Begriffs-Wirrwarr" eingeräumt. Dies ändere aber nichts daran, dass über die Zweckgesellschaft eine Vermögensverwertung angegangen werde. Auf diese würden alle Vermögenswerte der Bankengruppe einschließlich ihrer Töchter übertragen. Die Aktien würden als Pfand ebenfalls übertragen. "Für den Fall, dass die Kredite nicht zurückgezahlt werden, werden die Aktien auch verwertet", hatte Steinbrück klargestellt. Zudem werde diese Zweckgesellschaft von einem Management geleitet, das nicht identisch sei mit dem jetzigen HRE-Management. (mfa/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben