Deutsche-Bank-Chef : Ackermann: Banken haben aus der Krise gelernt

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann will die großen Banken erhalten und hält einen europäischen Banken-Notfallfonds für denkbar. Die Banken hätten aus der Krise gelernt, sagt Ackermann.

Rolf Obertreis
310190_0_ac017a2d.jpg
Lernen und lernen lassen: Ackermann.Foto: dpa

Mit einem Banken-Notfallfonds könne eine geordnete Abwicklung von Instituten im Falle einer Finanzkrise finanziert werden, erklärte Ackermann am Montag in Frankfurt am Main auf dem Bankenkongress „Euro Finance Week“. In den Fonds sollten freilich nicht nur die Banken, sondern auch der Staat und damit der Steuerzahler einzahlen.

Die Frankfurter Veranstaltung ist der größte Bankengipfel in Deutschland in diesem Jahr. Die Banker zeigen Reue, wehren sich aber auch gegen überzogene Auflagen. Zum Auftakt der zwölften „Finance Week“ gibt sich Ackermann einsichtig. Und der neue Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Bundesbank-Präsident Axel Weber stellen klar: In Zukunft dürfen Banker nicht mehr auf großzügige Staatshilfe rechnen. „Die Verantwortung zur Vermeidung künftiger Krisen liegt beim Kreditgewerbe selbst“, sagte Weber. Es sei traurig, so der Bundesbank-Präsident vor mehreren Hundert Bankern, dass man die Banken immer wieder an die beiden Hauptursachen für Krisen erinnern müsse – an die Finanzierung langfristiger Ausleihungen durch kurzfristige Kredite und an die Vernachlässigung des Risikomanagements. Die Banken müssten dies erkennen und selbst abstellen. Dabei sieht Weber besonders die Landesbanken gefordert. „Hier hat sich ein erheblicher Reformbedarf offenbart.“ Generell müssten Nachhaltigkeit und eine langfristige Orientierung internationaler Standard für die Bankenregulierung werden.

Ähnlich sieht es der Wirtschaftsminister. Die Landesbanken müssten sich dem Wettbewerb stellen. „Staatsbanken sind letztlich keine Option“, sagte Brüderle. Eine strengere Regulierung sei unvermeidlich. „Der internationale Flugverkehr hat klare Regeln, der internationale Finanzmarkt aber nicht.“

Nach den Worten von Ackermann haben die Banken bereits Lehren gezogen. Es gebe neue Vergütungsmodelle und das Risikomanagement sei deutlich gestärkt worden. „Wir werden künftig auch in Boomzeiten Risikodisziplin wahren“, verspricht er. Ackermann stemmt sich allerdings vehement gegen die Idee, große Banken zu zerschlagen, um dadurch auch die Risiken zu reduzieren. „Größe allein darf kein Kriterium für Systemrelevanz sein.“ Große Banken seien wichtig für die Finanzierung internationaler Geschäfte und internationaler Konzerne.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben