Deutsche Bundesbank : Sarrazin muss sich bei Postenvergabe hinten anstellen

Die Deutsche Bundesbank baut ihren Vorstand um. Thilo Sarrazin als neues und umstrittenes Mitglied des Vorstandes konnte sich das Filetstück unter den Posten nicht einverleiben.

Frankfurt/MainMedienberichten zufolge hatte Berlins Ex-Finanzsenator Anspruch auf das Ressort Internationales erhoben. Aber es gibt diesen Bereich künftig nicht mehr. Stattdessen geht das Ressort geht in den neuen Bereich "Finanzstabilität" über. Er ist zuständig die Auslandsaktivitäten der deutschen Notenbank, etwa die Vertretung beim Internationalen Währungsfonds (IWF), bei den G7 und der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).

Das neue Ressort wird geführt von Hans-Helmut Kotz. Der frühere Chefvolkswirt der Deutschen Girozentrale in Frankfurt ist seit 2002 Mitglied des Bundesbankvorstands. Der 52-jährige behält außerdem seine Zuständigkeit für die Marktoperationen.

Sarrazin hatte noch kurz vor seinem Wechsel harsche Kritik an der Bankenaufsicht geübt, die Beamten in der Bundesbank kritisiert und von der Bundesbank als "kontemplativer Veranstaltung" gesprochen. Damit dürfte er sich bei seinem neuen Arbeitgeber, bis hin zu Bundesbank-Präsident Axel Weber, nur wenig Freund gemacht haben. Sarrazin ist in Zukunft für die Bereiche Bargeld, Informationstechnologie und das Risikocontrolling zuständig.

Der Neuverteilung der Vorstandsressorts war nötig geworden, nachdem zu Ende April zwei Bundesbank-Vorstände mit Ablauf ihrer Amtszeit das Gremium verlassen hatten. Wegen des vor Jahren gefassten Beschlusses, den Vorstand von sieben auf sechs Mitglieder zu verkleinern, musste die Bereiche der beiden ausgeschiedenen Vorstände, Hermann Remsperger und Hans Reckers, auf die verbleibenden Mitglieder verteilt werden.

Bundesbankchef Weber bleibt zuständig für Kommunikation, die volkswirtschaftliche Abteilung und das Forschungszentrum. Dank seines Amtes hat er zudem im EZB-Rat Sitz und Stimme. Das wegen der Bundesbankreform und dem damit einhergehenden Personalabbau wichtige Ressort Personal übernimmt Rudolf Böhmler von Hans Reckers. Bundesbank-Vizepräsident Zeitler bleibt zuständig für die Bankenaufsicht, Vorstandsmitglied Hans Georg Fabritius für Zahlungsverkehrsthemen. (sp/Reuters)


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