Die Idee : Gewinn mit Armut

Er ist ein Pionier der Entwicklungspolitik. Und bekam dafür 2006 den Friedensnobelpreis. Der Ökonomieprofessor Muhammad Yunus entwickelte bereits 1976 in Bangladesch das System der sogenannten Mikrofinanzierung. Damit konnten arme Menschen zum ersten Mal Kleinstkredite, so genannte Mikrokredite, beantragen, um eine Existenz zu gründen. Diese Hilfe zur Selbsthilfe wurde ein neuartiges Instrument der Entwicklungspolitik. „Einen Kredit zu bekommen ist ein Menschenrecht“, sagt Yunus. Die von ihm gegründete Grameen Bank umfasst mittlerweile 2500 Filialen und ist in mehr als 80 000 Dörfern aktiv. Seit der Gründung haben 7,5 Millionen Menschen von der Grameen Bank einen Mikrokredit bekommen, 97 Prozent davon Frauen. Im Gegensatz zu vielen anderen Mikrofinanzierern ist die Grameen Bank gewinnträchtig.

Auch in Lateinamerika und Indien hat sich das System etabliert. In Europa ist die gemeinnützige Bank Adie aus Frankreich der größte Mikrofinanzierer. Sie vergibt jährlich im Schnitt 10 000 Mikrodarlehen an Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger. dre

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