Finanzen : Neuer Job für Skandal-Spekulant Kerviel

Der Börsenhändler Jérôme Kerviel soll die französische Großbank Société Générale in Grund und Boden spekuliert haben. Noch verhandelt ein Gericht über seine Strafe, einen neuen Job hat er jetzt schon: Der Ex-Spekulant arbeitet als Berater bei einer Pariser Informatikfirma.

Jerome Kerviel
Jérôme Kerviel. -AFP

ParisDer französische Börsenhändler Jérôme Kerviel hat einen neuen Job. Kerviel arbeitet seit Anfang des Monats als Berater bei der Pariser Informatikfirma LCA, wie deren Chef Jean-Raymond Lemaire sagte. Genauere Angaben zu Kerviels Stelle machte Lemaire nicht. Der LCA-Chef hatte den gefeuerten Börsenhändler bei sich aufgenommen, als der Milliardenskandal im Januar bekannt geworden war.

Die französische Justiz ermittelt wegen mutmaßlicher Fälschung gegen Kerviel, ließ ihn aber Mitte März - nach fünf Wochen Untersuchungshaft - aus dem Gefängnis frei. Der 31-jährige Kerviel muss sich einmal in der Woche bei der Polizei melden und einmal im Monat seinen Wohnsitz nachweisen. Zu den Auflagen der Justiz gehörte auch, dass er niemanden treffen darf, der in die Milliardenspekulationen verwickelt ist. Diese Anordnung betraf auch Lemaire. Sie sei aber nicht mehr gültig, sagte er.

Die Société Générale wirft Kerviel vor, ihr durch ungenehmigte Spekulationen einen Schaden von 4,911 Milliarden Euro zugefügt haben. Kerviel behauptet, seine Vorgesetzten hätten von den Geschäften gewusst, ihn aber nicht aufgehalten, solange er damit Gewinn gemacht habe. Er stellte sich der Polizei zwei Tage nach Bekanntwerden des Skandals. Am Mittwoch war er erneut verhört worden; ihm drohen bis zu drei Jahre Haft. Société-Générale-Chef Daniel Bouton wird im Mai ersetzt. (nim/AFP)

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