Finanzen : Versicherer steigern Einnahmen

Die deutschen Lebensversicherer trotzen der Finanzkrise. Nach vorläufigen Zahlen haben die Unternehmen im vergangenen Jahr ihre Beitragseinnahmen um 0,9 Prozent auf gut 76 Milliarden Euro steigern können.

Berlin - Gut gelaufen ist dabei vor allem das letzte Quartal des vergangenen Jahres. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag in Berlin mitteilte, wurden allein im vierten Quartal fast 1,94 Millionen neue Versicherungsverträge geschlossen – knapp 400 000 mehr als im dritten Quartal. „Die trotz Finanzmarktkrise positive Entwicklung der Beitragseinnahmen und des Neugeschäfts unterstreicht das gewachsene Bedürfnis der Menschen nach Sicherheit und verlässlichen Leistungen bei der Altersvorsorge“, sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg von Fürstenwerth.

Trotz der Krise liege die Überschussbeteiligung der Lebensversicherungen im Schnitt unverändert bei fünf Prozent, betonte Fürstenwerth. Die Versicherer hätten nur noch fünf bis sieben Prozent ihrer Anlagen in Aktien investiert. Gefahr droht nach Meinung des Branchenexperten Manfred Poweleit jedoch von den sinkenden Zinsen an den Kapitalmärkten. „Die Niedrigzinsphase stellt die Versicherer vor Probleme“, sagte der Herausgeber des Branchendienstes „Map-Report“ dem Tagesspiegel. Das räumt auch GDV-Vertreter Fürstenwerth ein. Sollten die Zinsen weiter sinken, werde die Überschussbeteiligung geringer, erklärte er am Donnerstag im Deutschlandfunk.

Angesichts dessen sprach sich Fürstenwerth für eine Rettung der Hypo Real Estate (HRE) aus. Ein Zusammenbruch der stark im Geschäft mit Pfandbriefen engagierten HRE würde das Vertrauen in die Stabilität der Finanzmärkte weiter beeinträchtigen. Die Versicherer haben mehr als 60 Prozent ihrer Anlagen in Pfandbriefe investiert. hej/dpa

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