Finanzkrise : Asiens Börsen auf Talfahrt

Das Vertrauen der Börsen ist tief erschüttert. Was sich mit dem Absturz des Dow-Jones-Index am Mittwoch an der Wall Street angekündigt hat, setzt sich nun an den asiatischen Börsen fort: Die Kurse fallen dramatisch. Zeitweise hat der japanische Nikkei-Index über zehn Prozent eingebüßt.

 Die Börse in Tokio ist am Donnerstag im Sog der Wall Street mit deutlichen Verlusten gestartet. Der japanische Aktienindex Nikkei stürzte dabei kräftig ab. Er verlor nach Handelsbeginn in Tokio über zehn Prozent und notierte zwischenzeitlich auf 8635,56 Punkte. Am Mittwoch hatte die Börse noch leicht im Plus geschlossen. Er dümpelte zwar lange im Minus, legte dann während der letzten Handelsminuten kräftig zu und schloss mit 1,06 Prozent im Plus.

Panik am Markt

Der KOSPI in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul fiel bis 11:20 Uhr Ortszeit um 85,53 Punkte oder 6,38 Prozent auf 1254,75 Punkte. Ein Analyst, den die nationale Nachrichtenagentur Yonhap zitierte, sprach von "Panik" im Markt. Es machten sich Befürchtungen breit, dass es zu einer weltweiten Rezession kommen könne. Verluste im zweistelligen Prozentbereich gab es im Stahlsektor, bei Finanztiteln und in der Werftindustrie.

In Hongkong verlor der Hang Seng-Index in den ersten 20 Handelsminuten 6,11 Prozent und fiel um 977,55 Punkte auf 15.020,75 Zähler. Auch dort ging die Angst vor einer weltweiten Rezession um.

Am Vortag hatten den US-Börsen bereits verschärfte Rezessionsängste neue dramatische Verluste beschert. Die Wall Street erlebte ihren schlimmsten Tag seit dem Börsencrash im Oktober 1987. Der Dow-Jones-Index brach am Mittwoch ebenfalls erneut ein. Das Börsenbarometer in New York sank zum Börsenschluss um 7,93 Prozent auf 8572,71 Punkte. Der technologie- orientierte Nasdaq gab sogar um 8,47 Prozent nach. Währenddessen hat der Deutsche Aktienindex bei der Schlussnotierung am Mittwochnachmittag um 6,5 Prozent im Minus gelegen.

Japanische Zentralbank pumpt Geld in den Markt

Am Tokioter Devisenmarkt sackte der Dollar derweil unter die Marke von 100 Yen. Der Preis für Rohöl sank an den internationalen Handelsplätzen weiter. In London wurde Nordseeöl der Sorte Brent für ein Barrel (159 Liter) am Mittwoch zeitweise unter 70 Dollar gehandelt. Bei Handelsschluss lag die Sorte bei 70,80 Dollar, 3,73 Dollar weniger als am Vortrag. An der New Yorker Börse Nymex fiel die Sorte "Light Sweet Crude" aus dem Novemberkontrakt auf 74,54 Dollar. Im Juli lag der Preis für ein Barrel noch bei 147 Dollar pro Barrel.

Die japanische Zentralbank hat dem Geldmarkt am Donnerstag wieder zusätzliche Liquidität bereitgestellt. Die Bank of Japan (BoJ) pumpte nach den schweren Vortagesverlusten an der Wall Street 600 Milliarden Yen (4,3 Mrd Euro) in den Markt, um für Stabilität zu sorgen. Am Mittwoch hatte sie erstmals seit 20 Tagen die Liquiditätszufuhr wegen zeitweiligen Überschusses unterbrochen. (ae/dpa/AFP)

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