Finanzkrise : Bad-Bank-Lösung favorisiert

Jetzt doch Hilfe zur Selbsthilfe: Die Banken sollen mithilfe privater Auffanggesellschaften zu großen Teilen selbst für ihre toxischen Wertpapiere einstehen. Einem Pressebericht zufolge werde der Bund aber bei Bedarf als Kapitalgeber für die betroffenen Institute auftreten.

BerlinDie Bundesregierung arbeitet laut einem Bericht der Tageszeitung Die Welt mit Hochdruck an einer Lösung für die faulen Wertpapiere in den Bilanzen der großen Banken. Das Konzept des Bundesfinanzministeriums, der Bankenrettungsfonds Soffin und der Bundesbank sehe vor, dass jedes Institut seine Risiko-Papiere in eine eigene Zweckgesellschaft abschiebt, um diese so aus der Bilanz herauszulösen. Dieses Modell habe Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) bereits Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vorgestellt, meldet die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise. Es sei zunächst hauptsächlich auf die privaten Großbanken gemünzt.

Dem Zeitungsbericht zufolge sollen die Banken das notwendige Kapital für die Zweckgesellschaften selbst aufbringen und auch mögliche Zahlungsausfälle am Ende der Laufzeit der Papiere tragen. Im Gegenzug würde der Bund den von Problem-Papieren entlasteten Banken bei Bedarf Kapital geben und sich dabei an den Häusern beteiligen. So würden die Steuerzahler von einer späteren Erholung der Bank profitieren. Das  Zweckgesellschafts-Modell solle am 21. April bei einer Spitzenrunde im Kanzleramt näher diskutiert werden.

Seit Monaten wird in Deutschland und anderen Staaten darüber debattiert, wie die Banken von jenen Wertpapieren entlastet werden können, die zu Milliardenabschreibungen geführt haben. In den Bilanzen der Banken lagern faule Wertpapiere im Volumen von mehreren hundert Milliarden Euro. Das führt unter anderem dazu, dass die Institute weiter kein Vertrauen zueinander haben und das Kreditgeschäft schleppend verläuft. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte eine "faire Lastenteilung" gefordert, um die Steuerzahler nicht übermäßig zu belasten. (rf/dpa)

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