Finanzkrise : Börse rechnet mit Gewinnrückgang

Die Deutsche Börse kalkuliert angesichts der gefallenen Aktienkurse mit einem rückläufigen Gewinn im laufenden Jahr. Das Unternehmen sei allerdings nicht auf Zukäufe angewiesen und wolle aus eigener Kraft wachsen.

Die Erlöse des Börsenbetreibers hingen auch vom gehandelten Volumen ab, das wegen der Finanzkrise zuletzt gesunken war, sagte der Vorstandschef Reto Francioni auf der Hauptversammlung. Er verteidigte zugleich das integrierte Geschäftsmodell der Deutschen Börse von Wertpapierhandel und -abwicklung.  

Aktionäre hatten in der Vergangenheit mehrfach gefordert, die Segmente aufzuteilen. Die Deutsche Börse erzielt einen großen Teil ihrer Gewinne aus nachgelagerten Geschäftsbereichen. So verwahrte die Tochter Clearstream vergangenes Jahr Papiere im Wert von 10 Billionen Euro, das entspricht 10.000 Milliarden Euro.

Zugleich bekräftigte Francioni, das Unternehmen wolle vor allem aus eigener Kraft wachsen. Man sei auf Zukäufe nicht angewiesen, könne aber mit Geduld und Augenmaß sich bietende Gelegenheiten nutzen. Seit Jahren wird spekuliert, die Börse könnte mit anderen Marktplätzen wie etwa der NYSE Euronext fusionieren.

Francioni warnte in seiner Rede die Politik vor der Einführung einer Börsenumsatzsteuer. Zahlreiche Studien hätten ergeben, dass dadurch den Märkten Liquidität entzogen werde. Kursschwankungen würden nicht verringert, sondern im Gegenteil erhöht. Zudem wäre es warscheinlicher, dass Gelder ins Ausland fließen würden. Eine Börsenumsatzsteuer war unter anderem von der SPD und den Gewerkschaften gefordert worden, um Spekulationen einzudämmen. (aku/dpa)

 

ZEIT ONLINE

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