Finanzkrise : Britische Notenbank stellt weitere 30 Milliarden Dollar bereit

Die britische Notenbank stellt dem Bankensystem auch am Mittwoch zusätzlich US-Dollar im großen Umfang zur Verfügung. Hintergrund ist die angespannte Lage auf dem Interbankenmarkt. Finanziert wird die Liquiditätsspritze mit Hilfe der US-Notenbank, die seit Beginn der Finanzkrise schon mehr als eine halbe Billion US-Dollar zur Stabilisierung der Geldmärkte bereitgestellt hat.

LondonIm Tagesverlauf werde ein zusätzliches Refinanzierungsgeschäft über 30 Milliarden Dollar durchgeführt, teilte die Bank of England (BoE) in London mit. Der Gesamtbetrag, der den britischen Banken zur Verfügung gestellt werde, belaufe sich derzeit auf 70 Milliarden Dollar. Die BoE verfügt derzeit über einen Währungsrahmen von insgesamt 80 Milliarden Dollar. Dieser Rahmen wurde erst am Montag von der US-Notenbank von 40 auf 80 Milliarden Dollar erhöht.

Vertrauenskrise an den Geldmärkten

Hintergrund des Abkommens ist die derzeit angespannte Lage auf dem Interbankenmarkt, insbesondere für kurzfristige Dollar-Liquidität. Angesichts der Vertrauenskrise an den internationalen Geldmärkten hatte die US-Notenbank zu Wochenbeginn das Volumen ihrer Währungsvereinbarung mit den weltweit wichtigsten Zentralbanken mehr als verdoppelt.

Stellte die Federal Reserve (Fed) anderen Notenbanken wie der Europäischen Zentralbank (EZB) bisher insgesamt 290 Milliarden Dollar zur Verfügung, um diese in die jeweiligen Interbankenmärkte zu lenken, so liegt der Gesamtbetrag nun bei über einer halben Billion Dollar: 620 Milliarden Dollar können die Währungshüter jetzt den nationalen Banken zur Refinanzierung ihrer Geschäfte anbieten. Da sich die Banken untereinander wegen des mangelnden Vertrauens kaum noch Geld leihen, soll mit den Maßnahmen dem Austrocknen der Geldmärkte entgegengewirkt werden.

Tauschgeschäfte mit der Fed

Geschäftsbanken können sich bei den Zentralbanken Gelder leihen, wenn sie sonst nicht günstiger an die Mittel kommen. Diese Gelder werden über auktionsähnliche Tenderverfahren vergeben. Seit Beginn der Kreditkrise vor mehr als einem Jahr hatten die Notenbanken mehrfach bereits zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt.

Die großen Notenbanken rund um den Globus haben sich mit der US-Notenbank Fed auf Tauschgeschäfte geeinigt, damit auch außerhalb der USA genügend Dollar zur Verfügung stehen. Anfang der Woche war das dafür zur Verfügung stehende Kontingent von 290 auf 620 Milliarden Dollar aufgestockt worden. Die US-Fed hat zudem eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die auch in den USA selbst die Liquidität der Banken erhöhen sollen. (iba/mfa/dpa)

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