Finanzkrise : Commerzbank holt sich Milliarden für Kauf von Dresdner Bank

Der "Eisbrecher" ist offenbar gefunden: Die Commerzbank will sich für die bevorstehende Übernahme der Dresdner Bank einem Pressebericht zufolge mit frischem Kapital in Milliardenhöhe versorgen.

Frankfurt/MainDie Commerzbank wolle noch in dieser Woche als erstes deutsches Kreditinstitut eine staatlich garantierte Anleihe herausgeben, berichtete die "Financial Times Deutschland" ("FTD") unter Berufung auf Marktkreise. Das Gesamtvolumen der Anleihe soll sich demnach auf ein bis zwei Milliarden Euro belaufen. Dem Bericht zufolge planen neben der Commerzbank auch mehrere andere deutsche Geldhäuser Anleihen. Mit dem Finanzinstrument besorgen sich Unternehmen von Investoren zu einem festen Zinssatz Geld über einen festgelegten meist langfristigen Zeitraum.

Die Commerzbank wollte den Bericht auf Anfrage nicht bestätigen. Wie eine Commerzbank-Sprecherin sagte, erwäge das Institut derzeit lediglich die Ausgabe einer Anleihe. Zeitpunkt der Ausgabe, Volumen und Laufzeit stünden derzeit noch in der Diskussion. Auch sei es noch unklar, ob das Institut überhaupt eine Anleihe begeben wolle. Dem Bericht der "FTD" zufolge wollte ursprünglich vor der Commerzbank die HSH Nordbank als erstes Geldhaus mit einer staatlich garantierten Anleihe an den Markt gehen. Jedoch hätten sich die Institute mit dem deutschen Bankenrettungsfonds SoFFin darauf verständigt, die Reihenfolge umzukehren. Die Commerzbank soll demnach als "Eisbrecher" für die anderen Institute fungieren.

Die HSH Nordbank, zu deren Eigentümern die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein gehören, hat derzeit mit erheblichen Finanzproblemen zu kämpfen. Der "FTD" zufolge wurde deswegen im Markt spekuliert, dass das Interesse von Investoren an der Anleihe der Landesbank nur mäßig ausfallen könnten. Dem Bericht zufolge planen außerdem noch die BayernLB, die NordLB und die Mittelstandsbank IKB die Ausgabe einer staatlich garantierten Anleihe. (mfa/AFP)

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