Finanzkrise : Dubai in Geldnot - Finanzmärkte geschockt

Die Furcht vor einer möglichen Zahlungsunfähigkeit des Emirats Dubai hat die Börsen weltweit abstürzen lassen. Dubai hatte am Mittwoch wichtige Gläubiger um Zahlungsaufschub gebeten und damit die internationalen Finanzmärkte in Unruhe versetzt.

Frankfurt/Main/DubaiDie Regierung hat die Gläubiger der Holding-Gesellschaft Dubai World und ihrer Tochterfirma Nakheel um Zahlungsaufschub gebeten. Die Finanzkrise machte offenbar, dass sich die Ölscheichs übernommen haben. Aktien von Banken und Baufirmen brachen am Donnerstag daraufhin ein. "Dubai hat den Anlegern schlagartig bewusst gemacht, dass noch nicht alles vorbei ist", sagte Matthias Jasper, Chefhändler der WGZ-Bank. Insgesamt soll Dubai World finanzielle Verpflichtungen in Höhe von rund 60 Milliarden Dollar angesammelt haben.

Der Deutsche Aktienindex (DAX) verlor zeitweilig über zwei Prozent. Bankaktien brachen im Mittagshandel um mehr als drei Prozent ein, Deutsche-Bank-Titel zeitweise sogar um mehr als vier Prozent. Die Deutsche Bank ist nach Angaben aus Kreisen aber nicht von den akuten Finanzproblemen betroffen. "Die Deutsche Bank hat kein Engagement bei Dubai World", erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Donnerstag aus Finanzkreisen. Die Bank lehnte auf Anfrage einen Kommentar ab.

Die Aktien von Porsche und Daimler gaben ebenfalls deutlich nach. Großaktionäre der beiden Hersteller stammen aus der Region. Bei dem Sportwagenhersteller war allerdings das Emirat Katar eingestiegen, Daimler-Großaktionär ist der Staatsfonds des Emirats Abu Dhabi.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur WAM will Dubai, dass die Gläubiger der Dubai-World-Gruppe mindestens bis zum 30. Mai 2010 auf alle fälligen Zahlungen verzichten. Gleichzeitig kündigte die Regierung einen Umbau der Unternehmen an, die sich unter anderem durch Großprojekte wie die künstlichen Palmeninseln vor der Küste von Dubai weltweit einen Namen gemacht hatten.

Um das Vertrauen der Geldgeber nicht noch mehr zu erschüttern, betonte die Regierung, eine kurz zuvor ausgegebene Staatsanleihe in Höhe von fünf Milliarden Dollar werde nicht für die Restrukturierung von Dubai World, sondern "für die allgemeinen Belange des Dubai Finanz-Unterstützungsfonds" (DFSF) verwendet.

In einer Erklärung der Regierung von Dubai hieß es, die Schulden der Tochterfirma Dubai Ports World (DP World) würden bei der Restrukturierung von Dubai World nicht berücksichtigt. DP World ist einer der größten Hafenbetreiber weltweit.

Bei der neuen Fünf-Milliarden-Dollar-Staatsanleihe griff das Nachbaremirat Abu Dhabi zu. Die Nationalbank von Abu Dhabi und die Al-Hilal-Bank übernahmen jeweils einen Anteil von 2,5 Milliarden Dollar. Das Emirat Dubai, das Teil der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ist, hatte bereits im vergangenen Februar eine Staatsanleihe ausgegeben. Damals war ebenfalls das Emirat Abu Dhabi in die Bresche gesprungen, das deutlich höhere Einnahmen aus dem Öl-Geschäft hat als Dubai. (smz/dpa)

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