Finanzkrise : Medienbericht: Bundesregierung will Rettungsschirm für Banken erweitern

Die Banken leihen sich trotz der staatlichen Milliarden aus Misstrauen kaum mehr Geld untereinander. Deshalb will die Bundesregierung nach einem Pressebericht, das Bankenrettungspaket nachbessern.

BerlinDie Bundesregierung erwägt nach einem "Spiegel"- Bericht eine Erweiterung des Rettungsschirms für die Banken. Die Kreditvergabe zwischen den Banken könne dabei staatlich abgesichert werden, etwa durch die Zwischenschaltung der Bundesbank oder der staatlichen KfW Bankengruppe, berichtete das Magazin am Samstag. Die verleihende Bank würde dabei ihren Kredit an die staatliche Vermittlungsstelle geben, die das Geld dann an die Empfängerbank weiterreicht. Damit wäre die Rückzahlung der Kredite für die Verleiherbank garantiert.

Das Finanzministerium wies auf Anfrage lediglich darauf hin, dass der bereits eingerichtete Sonderfonds der Regierung zur Stützung der Banken (SoFFin) eine Art Garantiefunktion habe. Auf den Bericht selbst wollte ein Sprecher nicht näher eingehen.

Postbank-Chef: Rettungspaket löst Probleme nicht

Postbank-Chef Wolfgang Klein kritisierte die derzeitigen Bedingungen des Rettungspakets. Er könne sich zwar gut vorstellen, einzelne wackelige Kreditpakete aus der Bilanz seines Instituts an den Staat zu verkaufen. Dies löse aber die Probleme nicht, da zwingend vorgeschrieben sei, dass die Papiere nach drei Jahren wieder zurückgenommen werden müssten, erklärte er in der "Welt am Sonntag". "Da rechnet natürlich jeder Analyst aus, welche Belastungen da noch ausstehen. Das bringt uns nicht weiter."

Klein forderte die Politik auf, einen dauerhaften Verkauf der Positionen zu ermöglichen. Als Gegenleistung schlug er vor, dass die Bank bei späteren Ausfällen in dem Kreditpaket für einen gewissen Betrag haftet und der Staat nur den Rest übernimmt.

Noch keine Bank nutzt Übernahme von Risikoposten

Die Übernahme von Risikopositionen ist die dritte Säule des Rettungspakets neben Eigenkapitalspritzen und staatlichen Bürgschaften. Das Instrument hat bisher allerdings keine Bank genutzt.

Unabhängig vom Rettungspaket will die Postbank ihre Risiken am Finanzmarkt reduzieren. Man werde beginnen, das 80 Milliarden Euro umfassende Kapitalmarktportfolio abzubauen, sagte Klein. 2009 solle das Portfolio bereits um neun Milliarden Euro schrumpfen und sich mittelfristig halbieren. (ut/dpa)

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