Finanzkrise : US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

Die US-Notenbank hat den Leitzins erneut nicht verändert und bei zwei Prozent belassen. Die Probleme auf den Finanzmärkten hätten "erheblich zugenommen", die Gefahr eines Preisauftriebs sei aber zu groß.

US-Notenbank Fed
Die Federal Reserve ist in "besonderer Sorge". -Foto: dpa

WashingtonDie US-Notenbank lässt den Leitzinssatz unverändert bei 2,0 Prozent. Der Offenmarktausschuss der Fed traf die Entscheidung auf seiner Sitzung am Dienstag vor dem Hintergrund schwerer Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten ohne Gegenstimme. In einer Erklärung hieß es, die Probleme auf den Finanzmärkten hätten "erheblich zugenommen", während sich der Arbeitsmarkt in den USA weiter abgeschwächt habe. Allerdings hätte eine neuerliche Senkung die Gefahr eines weiteren Preisauftriebs verstärkt.

Sowohl die Risiken für das Wachstum wie auch der Inflationsdruck gäben Anlass zu "besonderer Sorge". Über die nächsten Quartale hinweg werden nach Einschätzung der Notenbank schwierige Kreditbedingungen, verlangsamte Exporte und die weiterhin schwierige Lage auf dem Immobilienmarkt das Wirtschaftswachstum belasten.

Angesichts der jüngsten Krisenmeldungen von der Wall Street hatten viele Analysten mit einer neuerlichen Senkung des Satzes gerechnet: Dies hätte die Geldbeschaffung billiger gemacht, zugleich aber inflationäre Tendenzen verstärken können. Zuletzt hatte die Fed den Leizins Ende April gesenkt.

US-Verbraucherpreise zum ersten Mal seit zwei Jahren fallend

Unmittelbar vor der Entscheidung der Notenbank hatten gesunkene Teuerungsraten für Entspannung an der Inflationsfront gesorgt. Im August fielen die US-Verbraucherpreise verglichen zum Vormonat saisonbereinigt um 0,1 Prozent und damit das erste Mal seit zwei Jahren wieder. Grund sind die niedrigeren Benzinpreise und die Konjunkturschwäche. Im Juli hatte es noch einen kräftigen Sprung von 0,8 Prozent gegeben. Die jährliche Inflationsrate sank auf 5,4 Prozent (Juli: 5,6 Prozent), wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. (peg/dpa/AFP)

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