Finanzkrise : US-Notenbank senkt Leitzins

Vor dem Hintergrund von Rezessionsangst und Börsenturbulenzen hat die US-Notenbank am Mittwoch erneut den Leitzins-Satz gesenkt. Zum zweiten Mal in diesem Monat setzte die Fed den Satz um einen halben Punkt hinab, er erreichte damit 1,0 Prozent.

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In großer Sorge um das Wirtschaftswachstum: Ben Bernanke, Chef der Fed. -Foto: getty

WashingtonDer Leitzins liegt nun noch bei 1,0 Prozent. Dies ist der tiefste Stand seit 2004. Bereits zwei Wochen zuvor hatten die Notenbanker in Washington den Satz in einer konzertierten Aktion mit ausländischen Zentralbanken um einen halben Punkt gesenkt. Experten hatten die jetzige weitere Verringerung erwartet. Dadurch kann den verunsicherten Märkten billigeres Geld zur Verfügung gestellt werden.

Die Fed begründete ihren Schritt damit, dass sich die Konjunktur in den USA "beträchtlich verlangsamt" habe. Dafür sei vor allem ein Rückgang bei den Konsumausgaben verantwortlich, hieß es in einer schriftlichen Erklärung. In den vergangenen Monaten habe sich die Industrieproduktion abgeschwächt, auch die Unternehmensinvestitionen seien rückläufig. Die "Intensivierung der Turbulenzen auf den Finanzmärkten" werde wahrscheinlich dazu führen, dass die Ausgaben von Haushalten und Unternehmen weiter sinken werden, prophezeiten die Fed-Experten.

Andererseits habe sich das Inflationsrisiko deutlich abgeschwächt, erklärte die Fed weiter; in den vergangenen Monaten war es eine der Hauptsorgen der Zentralbank, dass weitere Zinssenkungen die Inflation antreiben könnten. Insgesamt rechnen die Washingtoner Notenbanker mit einer anhaltend schwierigen Konjunktursituation. (sba/AFP)

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