Förderprogramm : Senat hilft mit Krediten gegen die Krise

Das Land Berlin will Betrieben, die in eine Kreditklemme geraten sind, stärker helfen. Dafür erweitert die landeseigene Investitionsbank Berlin (IBB) eines ihrer Förderprogramme: das Wachstumsprogramm.

Berlin -  Das hat der Senat am Dienstag beschlossen. Die Förderung richte sich an Unternehmen, die wegen der Wirtschaftskrise unverschuldet in vorübergehenden Problemen stecken, sagte Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke).

Im Rahmen des Wachstumsprogramms stellt die Investitionsbank Berlin den Unternehmen bislang nur dann Geld zur Verfügung, wenn sie Investitionen tätigen wollen. Jetzt sollen von dem Förderkredit auch solche Betriebe profitieren, die Geld brauchen, um damit Aufträge vorzufinanzieren, Kredite umzuschulden oder einfach nur, um Löhne und Gehälter trotz Umsatzflaute weiter bezahlen zu können.

„Wir wollen den Firmen aus Liquiditätslücken heraushelfen, damit sie die Krise überstehen“, sagte IBB-Vorstandschef Ulrich Kissing. Das Wachstumsprogramm läuft noch bis Ende 2010 und hat ein Gesamtvolumen von 50 Millionen Euro. Ein einzelner Betrieb kann maximal fünf Millionen Euro erhalten. Die IBB stellt den Unternehmen das Geld nicht direkt zur Verfügung, sondern im Rahmen des Kontokorrentkredits (einer Art Überziehungskredit) der jeweiligen Hausbank.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) begrüßte die Senatsentscheidung. „Offenkundig reichte die bisherige Förderung nicht aus“, sagte IHK-Geschäftsführer Jan Eder. Aus der Wirtschaft mehrten sich Anzeichen für eine Kreditklemme bei kleinen und mittleren Unternehmen. Besonders Industrie und Dienstleistungsgewerbe klagten über Schwierigkeiten, sagte Eder. Er kenne einige Unternehmen, „bei denen es erhebliche Probleme gibt und die über Personalabbau diskutieren“, sagte auch Wirtschaftssenator Wolf. Dass die Entscheidung, die IBB- Förderung auszuweiten, so lange gedauert hat, begründete er mit der „nicht einfachen Abstimmung im Senat“. lvt/mirs

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