Geldanlage : Starthilfe für den Nachwuchs

Wie Eltern, Großeltern oder Paten in die Zukunft ihrer Sprösslinge investieren können.

Veronika Csizi
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Obolus fürs Leben. Ob fürs erste Auto, die Ausbildung oder die Rente - Angehörige können beim Sparen mithelfen. -Foto: ddp

Bis Kinder auf eigenen finanziellen Beinen stehen, vergehen viele teure Jahre. Zwischen 43 000 und 54 000 Euro etwa verschlingt ein Studium, wenn man für die durchschnittliche Studienzeit von 5,3 Jahren einen monatlichen Satz von 800 bis 1000 Euro für Wohnen, Leben und Studiengebühren ansetzt. Viele Eltern, Großeltern oder Paten wollen auch bei der ersten eigenen Wohnung, den ersten Möbeln oder dem ersten Auto einen Obolus beisteuern. Manche besorgte Angehörige planen, aufgeschreckt von Diskussionen um künftige Rentenlücken, sogar schon für den späteren Ruhestand des Kindes. Doch welche Geldanlage eignet sich langfristig für die finanzielle Absicherung der Sprösslinge?

VERSICHERUNGEN

Versicherer werben damit, dass Ausbildungsversicherungen wartungsfrei bis zur Ausschüttung des Kapitals, etwa bei Volljährigkeit oder Studienbeginn, laufen können. Verlockend für viele ist, dass ein Risikoschutz eingebaut ist: Stirbt der Beitragszahler und Versicherte, dann zahlt die Versicherung die Beiträge weiter. Oft haben die Versicherer ganze Juniorpakete zusammengestellt, so dass die Absicherung der Ausbildung gekoppelt werden kann mit einer frühzeitigen Rentenversicherung oder einer Unfallversicherung.

Der Anbieter Aspecta etwa kalkuliert von der Geburt bis zur Rente mit einer stetigen Rendite von jährlich neun Prozent und einer Laufzeit von 60 Jahren. Renditen in dieser Höhe sind für Versicherungen jedoch nicht zu erwarten, stellt die Stiftung Warentest fest. Garantiert ist nur die gesetzlich vorgeschriebene Mindestverzinsung von aktuell 2,25 Prozent. Darüber hinausgehende Ausschüttungen hängen davon ab, wie gut der Versicherer das Geld anlegt und wie viel für Verwaltungskosten abgezweigt wird. 4,5 Prozent Rendite pro Jahr etwa sind nach heutigem Stand am Ende im Schnitt drin – aber nur, wenn man nicht vor Vertragsende aussteigt.

Die Stiftung Warentest hält Ausbildungsversicherungen insgesamt für problematisch. „Die Kostenquote liegt oft bei 15 bis 20 Prozent, das heißt, nur 80 bis 85 Prozent der Einzahlungen werden tatsächlich gespart“, kritisiert Warentest-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen. Dadurch schmälere sich die Mindestverzinsung von 2,25 Prozent auf reale 1,5 Prozent. Tenhagen rät, Vermögensaufbau und Risikoabsicherung zu trennen, also einen normalen Sparplan mit einer Todesfallversicherung zur Absicherung der Beiträge zu koppeln.

Wer sich dennoch für die Versicherungsvariante entscheide, sollte darauf achten, dass der Versicherte ein möglichst junges Familienmitglied ist, denn die Kosten für die Risikoabsicherung verteuern das Gesamtprodukt mit zunehmendem Alter. Abschließen sollte das Sparpaket also lieber der Vater als der Opa.

BANKSPARPLÄNE

Große Sicherheit bei hoher Flexibilität bieten auch Banksparpläne oder das Sparen mit festverzinslichen Wertpapieren. Die Stiftung Warentest empfiehlt, keine extrem langen Laufzeiten zu wählen, sondern einen Sparplan momentan auf höchstens vier Jahre zu begrenzen. Dies sei ein geeigneter Zeithorizont, um einerseits flexibel zu bleiben und andererseits den für das zweite Halbjahr 2008 erwarteten Leitzinssenkungen der Europäischen Zentralbank zu begegnen. Renditen zwischen 4,0 und 4,8 Prozent pro Jahr sind für vier- bis zehnjährige Sparpläne möglich. Bisweilen werden auch Sparpläne mit Zinstreppen und Bonussystem angeboten: Je länger die Eltern sparen, desto bessere Zinsen beziehungsweise Boni werden gezahlt. In ihrem jüngsten Test von Banksparplänen nennt die Stiftung Warentest die PSD Berlin Brandenburg, VW direct, die Postbank und die Kölner Bank als Anbieter mit den derzeit günstigsten Konditionen. Langfristig sehr hohe Zinsen gewährt etwa der Top-Zins-Sparplan der Deutschen Bank, der für 10 bis 18 Jahre Laufzeit 4,4 Prozent nominal bietet. Allerdings: Einen geordneten Rückzug aus dem Langzeitsparplan bietet die Deutsche Bank nicht. Wer vorzeitig aussteigt, erhält auf seinen Spargroschen nur noch 1,0 Prozent Zinsen.

BUNDESWERTPAPIERE

Sicher verzinst ist das Sparen mit Bundeswertpapieren. Die deutsche Finanzagentur (www.deutsche-finanzagentur.de) rät zu Bundesschatzbriefen, die es mit Laufzeiten von sechs bzw. sieben Jahren gibt. 52 Euro müssen als Mindestsumme pro Rate angelegt werden, dafür werden für die Verwaltung keine Gebühren erhoben. Aktuell rentieren die Bundesschätzchen zwischen 3,75 Prozent für das erste und 4,5 Prozent für das sechste und siebte Sparjahr. Vorteil: Nach einem Jahr Sperrfrist können die Schatzbriefe gegebenenfalls in besser verzinste getauscht werden.

FONDS-SPARPLÄNE

Wer höhere Renditen sucht, muss der Börse vertrauen. Sparpläne mit Fonds, die der Sparer entweder in Eigenregie kaufen oder über einen Investsparplan bei fast allen Banken aussuchen kann, können jährliche Renditen zwischen sieben und neun Prozent erwirtschaften. Voraussetzung ist jedoch, dass langfristig gespart wird und damit auch stärkere Schwankungen an den Börsen geglättet werden. So haben Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland in den letzten 20 Jahren im Schnitt 9,1 Prozent gebracht, internationale Aktienfonds 7,4 Prozent. Aus 100 Euro monatlich wurden also binnen 20 Jahren 53 704 bzw. 64 992 Euro, während ein Vierprozenter nur 36 508 Euro abwerfen würde. Günstige Fondsspapläne bieten vor allem Direktbanken und Discountplattformen oder Fondssupermärkte im Internet an. Wichtig ist es, auf möglichst niedrige Gebühren und Ausgabeaufschläge zu achten. Wer sich die Auswahl eines passenden Fonds nicht zutraut, kann sein Geld auch einem Investmentsparplan einer Bank anvertrauen. Der Nachteil: Oft nutzen die Banken Fondssparpläne, um den Vertrieb für eigene Produkte anzukurbeln.

STEUERVORTEIL

Wer das Geld direkt auf den Namen des Kindes zurücklegt, kann auch steuerlich Geld sparen. Denn: Zinsen aus Sparanlagen sind – jenseits des Sparerfreibetrags von 801 Euro – aktuell noch nach dem persönlichen Steuersatz steuerpflichtig. Ab 2009 zwackt sich der Staat mit der Abgeltungssteuer von allen Gewinnen 25 Prozent ab. Eine Nichtveranlagungsbescheinigung des Finanzamtes schützt Gelder bis zu 5000 Euro vor dem Zugriff des Fiskus – und nach gegenwärtigem Stand ab 2009 auch vor der Abgeltungssteuer.

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