GELDPOLITIK : Der Preis der Krise

DAS DILEMMA

Eine Inflationsrate von

2,4 Prozent ist nach den Maßstäben der Europäischen Zentralbank (2,0 Prozent) eigentlich nicht mehr zu tolerieren. Die Leitzinsen, die im Euroraum aktuell bei 4,0 Prozent liegen, müssten demnach steigen, um den Geldumlauf und den Anstieg des allgemeinen Preisniveaus zu bremsen. Da die Finanzkrise als Folge der Turbulenzen auf dem US-Hypothekenmarkt aber noch anhält, sehen sich die Notenbanken zu einer Politik des billigen Geldes gezwungen – die Zinsen sinken (in den USA) oder bleiben stabil (Euroraum). Damit verhindern die Notenbanken, dass der Geldmarkt, auf dem sich die Banken untereinander Kredit geben, austrocknet.

DIE FOLGEN

Sinkende Zinsen in den USA machen US-Staatsanleihen weniger attraktiv. Da sie in Dollar bezahlt werden, wird die US-Währung weniger nachgefragt. Der ohnehin schwache Dollar wertet weiter ab, der Euro- Kurs steigt. Das erschwert den Verkauf deutscher Exportgüter im Dollarraum (weil sie teurer werden), verbilligt aber zugleich die Einfuhrpreise von Waren, die in Dollar bezahlt werden müssen (etwa Öl). Insofern wirkt die Dollarschwäche inflationsdämpfend für den Euroraum. mot

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