Gestreute Investitionen : Breites Kreuz zahlt sich aus

In vielen Branchen galt es spätestens seit Mitte der 90er Jahre als chic, sich auf das "Kerngeschäft" zu reduzieren. Schlank und damit angeblich schlagkräftig wollten Konzerne durch Krisen gehen und stießen deshalb auch traditionsreiche Sparten ab. Diese Weisheit gilt teilweise jetzt nicht mehr.

In der Chemie- und Pharmaindustrie etwa erleben die schweren Kreuzer, die als kaum steuerbar galten, eine Renaissance. Beispiel Bayer: Während dem Konzern mit Bau-, Elektro- und Autobranche wichtige Abnehmer von Chemieprodukten wegbrechen, kann er sich auf seine Pharmasparte stützen und weiter schwarze Zahlen schreiben. Ähnliches gilt für den Konkurrenten Merck, der ebenfalls noch breit aufgestellt ist. Die reinen Chemiekonzerne BASF und Lanxess schreiben dagegen rote Zahlen. „Die aktuelle Situation zeigt deutlich, dass eine hohe Spezialisierung auch zum Risiko werden kann“, sagt Jürgen Peukert, Partner der Unternehmensberatung Ernst & Young.

Auch die Börsenkurse von Mischkonzernen schneiden jetzt in der Krise besser ab. Im Aufschwung dürften aber wieder die „zyklischen“ Spezialisten gefragt sein, sagen Finanzexperten. kph

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