Hoffnungszeichen : Börsen verblüffen mit Kursfeuerwerk

Noch ist die Wirtschaftskrise nicht vorbei, aber die Kurse an den Börsen in Tokio und New York steigen schon wieder kräftig. Experten sehen das ambivalent.

Die Börse in Tokio schloss am Montag fester. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte legte um 19 Punkte oder 0,2 Prozent auf 9452 Punkte zu. Zuvor hatte der Index die Marke von 9500 Punkten erstmals seit sechs Monaten vorübergehend übertroffen.

Ähnliche Ergebnisse gab es zuletzt auch von anderen wichtigen Börsen-Standorten. Der Dow Jones in New York erholte sich am Freitag um knapp zwei Prozent auf 8574,65 Zähler. Auf Wochensicht bedeutete dies einen satten Aufschlag von 4,5 Prozent.

Auch die deutsche Börse nähert sich wieder der 5000-Punkte-Marke. Der deutsche Leitindex Dax erlebte am Freitag deutliche Kursgewinne und verfehlte die psychologisch wichtige Marke nur knapp. Er hatte bei einem Tagesplus von 2,3 Prozent bei insgesamt 4913,90 Punkten geschlossen. Bezogen auf die Woche, ging es damit insgesamt um gut drei Prozent hoch.

Erklärungen für den globalen Börsen-Aufschwung gibt es mehrere. Ein entscheidender Grund für die steigenden Kurse ist, dass es so aussieht, als hätten die Staaten die internationale Bankenkrise inzwischen im Griff. Die grundlegende Angst, das globale Finanzsystem könnte kollabieren, ist kleiner geworden. Hinzu kamen die positiven Bilanzen, die die große Bankhäuser in diesem Quartal präsentierten.

In den USA wurde der Optimismus vor allem genährt durch die Ergebnisse des so genannten Stress-Tests der US-Notenbank. Die Bilanz dieses Banken-"Gesundheitschecks" fiel nicht so schlimm wie aus wie von einigen befürchtet. Allerdings sind die Ergebnisse stark umstritten, von ausgehandelten Bewertungen ist die Rede. Zudem sank die Zahl der in den USA beschäftigten Menschen im abgelaufenen Monat weniger stark als gedacht.

Experten betonen aber auch, dass gute Börsenkurse nicht automatisch gleichbedeutend sind mit einer tatsächlichen Verbesserung der Wirtschaft. Die Realwirtschaft hat sich noch nicht wieder nennenswert erholt. Im Gegenteil: Auch am heutigen Montag häufen sich die Meldungen über Produktionseinbrüche und Umsatzrückgänge. (dpa/rtr)

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