HSH-Nordbank : Dr. No muss in den Zeugenstand

Mit Spannung wird der Auftritt von HSH-Nordbank-Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher am Freitag vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss der Hamburger Bürgerschaft erwartet.

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Nonnenmacher -Foto: p-a/dpa

Hamburg - Das Gremium will ihn als Zeugen zu den Bankgeschäften anhören, die die Bank an den Rand des Ruins führten. „Dr. No“, wie Nonnenmacher intern genannt wird, ist verpflichtet, vor dem Ausschuss zu erscheinen. Er kann aber die Aussage verweigern und sich darauf berufen, dass gegen ihn staatsanwaltliche Ermittlungen laufen. Nach dem Vorwurf der Untreue gehen die Strafverfolger aktuell auch dem Verdacht der Bilanzfälschung nach, nachdem der Hamburger Anwalt Gerhard Strate eine entsprechende 32-seitige Strafanzeige gestellt hat (siehe nebenstehenden Text).

Die Untersuchungsausschüsse in Hamburg und Kiel kommen unterdessen nur sehr schleppend voran. Das liegt auch daran, dass die Bank den Gremien nicht alle angeforderten Unterlagen zur Verfügung gestellt hat. Ein von dem Hamburger Ausschuss angestrengtes Beschlagnahmeverfahren vor dem Amtsgericht ist noch nicht entschieden. Eine entsprechende Drohung gegenüber der Bank hat auch der Kieler Ausschuss ausgesprochen, denn eine dazu gesetzte Frist hat die HSH verstreichen lassen. Vor dem Ausschuss in Kiel werden am 12. Februar die SPD-Politiker Ralf Stegner und Lothar Hay aussagen. Beide gehörten dem Aufsichtsrat der HSH an. Im nächsten Monat ist dann die frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) vorgeladen. dhan

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