Hypothekenkrise : Northern Rock bricht erneut ein

Die in Not geratene Hypothekenbank Nothern Rock musste erneut kräftige Verluste am Aktienmarkt hinnehmen. Offenbar steigen derzeit Großaktionäre und institutionelle Anleger bei der Bank aus. Ein Käufer für das Institut findet sich momentan auch nicht.

LondonDie Aktien der angeschlagenen britischen Hypothekenbank Northern Rock sind erneut eingebrochen. Händlern zufolge verkauften institutionelle Anleger nach den Verlusten der vergangenen Woche ihre Anteile. Am Vormittag gab der Kurs um rund 19,5 Prozent nach. Der Wunsch institutioneller Anteilseigner, auszusteigen, treibe den Titel nach unten, sagte Analyst James Hamilton von Numis Securities.

Am Mittwoch hatten Kreise um den Fondsmanager Baillie Gifford, ehemals größter Aktionär bei Northern Rock, Berichte bestätigt, dass Gifford seine gesamten Positionen in der britischen Hypothekenbank mit einem Verlust von 200 Millionen britischen Pfund verkaufen würde. Die Tatsache, dass keine andere Bank Northern Rock übernehmen wolle, helfe auch nicht gerade weiter, sagte Hamilton. Marktgerüchte, dass Lloyds TSB Group und HBOS Übernahmeangebote abgegeben hätten, waren aus dem Umfeld beider Banken dementiert worden.

Staatliche Garantie für die Einlagen

Erst am Dienstag hatte eine Rettungsaktion der britischen Regierung und der Bank of England für Northern Rock am Londoner Finanzmarkt für Erleichterung gesorgt. Die Aktienkurse der Bank und anderer Baufinanzierer erholten sich nach drastischen Verlusten der Vortage wieder.

Der britische Finanzminister Alistair Darling hatte am Montag eine staatliche Garantieerklärung für sämtliche Einlagen bei Northern Rock abgegeben, nachdem vor allem Privatkunden panikartig ihre Einlagen abgehoben hatten. Nach Schätzungen von Experten zogen Anleger Kapital in Höhe von rund drei Milliarden Pfund (4,35 Milliarden Euro) ab. (mit dpa)

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