Konjunktur : Krise trifft Fluggesellschaften weniger stark

Die Fluggesellschaften kommen besser durch die Wirtschaftskrise als sie erwartet haben. Dennoch ist die schwächelnde Konjunktur ein willkommener Anlass für Stellenstreichungen. Bis zu 400.000 Arbeitnehmer müssen um ihre Jobs bangen.

GenfDie Wirtschaftskrise wird die Fluggesellschaften im kommenden Jahr weniger stark treffen als befürchtet. Der Branchenverband Iata geht weltweit von Verlusten in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) aus, wie er am Dienstag in Genf mitteilte. Vor zwei Monaten hatte die Airline-Vertretung noch mit einem Minus von 4,1 Milliarden Dollar gerechnet. Für Passagiere wird das Fliegen laut Iata als Folge der sinkenden Nachfrage wieder billiger: 2009 würden die Ticketpreise voraussichtlich fünf Prozent unter dem Vorjahr liegen.
  
Dennoch kommt man in der Branche offenbar nicht drum herum, Arbeitsplätze abzubauen. "Stellenstreichungen sind unvermeidlich", sagte Iata-Generalsekretär Giovanni Bisignani in Genf. Laut der Organisation sind von den 32 Millionen Stellen rund 300.000 bis 400.000 in Gefahr.

In diesem Jahr würden die Fluggesellschaften voraussichtlich noch Verluste von fünf Milliarden Dollar anhäufen, erklärte die Iata, die 230 Airlines vertritt. Grund für die optimistischere Einschätzung der Lage im kommenden Jahr seien die von den US-Fluggesellschaften eingeleiteten Kosten- und Kapazitätssenkungen. Allerdings werde 2009 beim Umsatz "das schlechteste seit 50 Jahren" werden, hieß es. Der Passagierverkehr werde dann zum ersten Mal seit 2001 wieder zurückgehen, und zwar um drei Prozent. 2008 wird die Branche laut Iata noch ein Plus von zwei Prozent verbuchen. Bei Fracht erwartet der Verband dieses Jahr einen Rückgang um 1,8 Prozent und kommendes Jahr um fünf Prozent. (nibo/AFP)

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