Konjunkturpaket : Ifo-Index steigt - Prinzip Hoffnung

Wirksames Konjunkturpaket: Das Ifo-Konjunkturbarometer steigt erstmals seit Mai 2008. Die Firmen setzen auf die kommenden Monate.

Yasmin El-Sharif

BerlinGerade erst verabschiedet, zeigt das zweite Konjunkturprogramm der Bundesregierung jetzt schon Wirkung – zumindest in psychologischer Hinsicht. So hat sich die allgemeine Stimmung in den Chefetagen deutscher Firmen im Januar erstmals seit Mai vergangenen Jahres wieder zum Positiven gewendet: Der Geschäftsklimaindex des Münchner Ifo-Instituts kletterte nach seinem historischen Tief im Dezember von 82,7 Zählern auf nun 83 Punkte. „Die Hoffnung ist, dass die Fallgeschwindigkeit nach dem starken Einbruch im Herbst nun geringer wird“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger.

Die Befragung von rund 7000 Firmenchefs hat allerdings zwei gegenläufige Ergebnisse erbracht. Während die Unternehmen die augenblickliche Geschäftslage erneut schlechter bewerten als im Vormonat, sehen sie dem Geschäftsverlauf in den kommenden sechs Monaten nicht mehr ganz so skeptisch entgegen wie in den Vormonaten. Aber auch hier gibt es – abhängig von der jeweiligen Branche – unterschiedliche Einschätzungen. Im Verarbeitenden Gewerbe beispielsweise erwarten die Unternehmen weiterhin schlechte Geschäfte. Die Einzelhändler sind dagegen sowohl momentan als auch für die kommenden sechs Monate positiver gestimmt. Der noch skeptisch gestimmte Bau erhofft sich künftig bessere Geschäfte – ein Effekt, der auf das am Dienstag verabschiedete Konjunkturpaket zurückzuführen ist. Der Bau gilt als einer der größten Profiteure desselben. Auch eine Analyse der Unicredit-Bank führt den leicht gesteigerten Optimismus auf das 50-Milliarden-Paket zurück. Zusammenfassend schreiben die Experten: „Eine weitere Verschlechterung der Erwartungen ist in den nächsten Monaten trotz schwelender Finanzmarktkrise unwahrscheinlich. Der Boden ist jetzt eingezogen.“

Auch der Bundesverband Deutscher Banken verbreitete am Dienstag vorsichtigen Optimismus. Gesunkene Rohstoffpreise und die weltweite Niedrigzinspolitik sorgten neben dem Konjunkturpaket „für Lichtblicke am sonst trüben Konjunkturhimmel“, schreibt der Verband in seinem Bericht. Die deutsche Wirtschaftskraft werde dadurch nachhaltig gesichert, selbst wenn das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 2,25 Prozent schrumpfe. Und damit sei zu rechnen. Das Bundeswirtschaftsministerium ist wesentlich vorsichtiger. Im Lagebericht des Ministeriums weisen die Autoren zwar auf die sinnvollen Instrumente des Konjunkturpakets hin. Angesichts des Ausmaßes des wirtschaftlichen Abschwungs sei aber kaum von einer schnellen Erholung auszugehen. 

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