Kreditkarten : Visa macht gewaltige Gewinne

Der seit kurzem börsennotierte US-Kreditkartenanbieter Visa hat zum Jahresauftakt ein kräftiges Gewinnplus verbucht. Die hohen Erwartungen der Analysten wurden sogar noch übertroffen.

Visa
Der Börsengang tut Visa gut. -Foto: ddp

San FranciscoDer weltweite Branchenführer Visa verdiente in seinem zweiten Geschäftsquartal 314 Millionen Dollar (201 Millionen Euro) und damit fast 28 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Umsätze stiegen um knapp 22 Prozent auf 1,45 Milliarden Dollar. Das starke Wachstum wird sich auch in den nächsten Monaten fortsetzen, kündigte Visa-Chef Joseph Saunders am Montagabend nach US-Börsenschluss in San Francisco (Kalifornien) an.

Konzern erwartet weiteres Umsatzplus

Beim bisher größten Börsengang der US-Geschichte hatte Visa Mitte März mehr als 19 Milliarden Dollar eingenommen. Seither ist der Kurs gegenüber dem Ausgabepreis um mehr als 70 Prozent gestiegen. Über die nächsten drei Jahre erwartet der Konzern ein Umsatzplus zwischen elf und 15 Prozent. Der Gewinn je Aktie soll jährlich um mindestens 20 Prozent zulegen.

Visa übertraf mit seinen Quartalszahlen die Gewinnerwartungen der Analysten. Die Aktie reagierte im nachbörslichen Handel dennoch mit einem deutlichen Abschlag. Händler verwiesen auf das starke Plus der vergangenen Wochen und sprachen auch von möglichen Gewinnmitnahmen.

Kreditkrise kann Visa kaum erschüttern

Die Zahl der weltweit ausgegebenen Visa-Karten stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 16 Prozent auf 1,6 Milliarden. Der Konzern wickelte elf Milliarden Zahlungen ab (plus 16 Prozent) mit einem Gesamtvolumen von 681 Milliarden Dollar (plus 19 Prozent). Visa verdient an den Abwicklungsgebühren.

Visa-Konkurrent American Express hatte vergangene Woche wegen der Kreditkrise für das erste Quartal einen Gewinnrückgang von sechs Prozent vermeldet. Visa leidet weniger unter der Kreditkrise, da die Darlehen von den Banken gewährt werden, die Visa-Karten ausgeben. Der weltweit zweitgrößte Anbieter Mastercard legt an diesem Dienstag seine Zahlen vor.

Visa gehört neben seinen freien Aktionären Tausenden von Mitgliedsbanken und gab beim Börsengang etwa die Hälfte der Aktien aus. Für viele Großbanken kamen die hohen Gewinne aus dem Börsengang gerade recht, um Löcher in ihren Bilanzen durch die Kreditkrise zu stopfen. In Europa ist Visa weiter allein im Besitz seiner Mitgliedsbanken und Lizenzpartner der börsennotierten US-Gesellschaft.

Im Visier der EU-Kommission

Die EU-Kommission geht derzeit gegen Visa und Mastercard wegen millionenschwerer Abwicklungsgebühren zulasten der Einzelhändler und Kunden vor. Mastercard muss bis Sommer ein neues Gebührenmodell vorlegen. Bei Visa wird derzeit geprüft, ob das Unternehmen EU-Wettbewerbsrecht verletzt. (smz/dpa)

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