Kreditvergabe : Mediator Metternich aus Mainz tritt seinen Job an

Hans-Joachim Metternich und ein siebenköpfiges Expertenteam sollen von Frankfurt am Main aus dafür sorgen, dass die Banken auch in der Finanzkrise den Betrieben Kredite für Investitionen zur Verfügung stellen.

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Berlin - Hans-Joachim Metternich redet langsam und rollt das R, wenn er spricht. Mit seinem schlohweißen Haar, dem verschmitzten Lächeln und der kreisrunden Brille zum dunklen Anzug wirkt der 66-jährige gebürtige Siegener wie die gereifte und professionelle Version des Zauberlehrlings Harry Potter. Etwas Zauberei könnte auch bei Metternichs künftigem Job nicht schaden: Der Betriebswirt und Banker soll ab dem 1. März im Auftrag der Bundesregierung als Mediator bei Streitigkeiten im Zuge der Kreditvergabe zwischen mittelständischen Unternehmen und Banken vermitteln.

Metternich und ein siebenköpfiges Expertenteam sollen von Frankfurt am Main aus dafür sorgen, dass die Banken auch in der Finanzkrise den Betrieben Kredite für Investitionen zur Verfügung stellen. Dafür will der neue Chefschlichter von Banken bereits abgelehnte Kreditanträge von Unternehmen ab einem Volumen von 25 000 Euro überprüfen lassen und gegebenenfalls mit den Kreditinstituten verhandeln.

Eine Aufgabe, für die neben Geduld, Verhandlungsgeschick und Vertrauen vor allem auch gute Kontakte zur Finanzwirtschaft hilfreich sein dürften. Ob Metternich diesen Anforderungen gerecht wird, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Zumindest die regionale Bankenszene und den Mittelstand kennt der Mann aus seiner Arbeit in Rheinland-Pfalz; er war jahrelang im Wirtschaftsministerium des Bundeslandes in Mainz für die Förderung des Mittelstandes zuständig und leitete zuletzt die von ihm mitaufgebaute Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB). Aus dieser Zeit kennt Metternich auch seinen künftigen Chef, Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) – er war damals Wirtschaftsminister des Bundeslandes. 

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