Kursrutsch : Börsen weltweit unter starkem Druck

Neue Rekord-Ölpreise haben die Börsen am Freitag weltweit auf Talfahrt geschickt: In Asien brachen die Indizes um bis zu fünf Prozent ein. Auch in Deutschland begann der Handel mit negativen Vorzeichen.

New York/London/Frankfurt Die Kurstafeln an den Börsen in den USA und in Asien färben sich tiefrot: Nach dem Kurssturz an der New Yorker Wall Street sind auch die Börsen in Asien und dem Pazifikraum am Freitag abgerutscht. Shanghai büßte zu Börsenschluss mehr als fünf Prozent ein, die Tokioter Börse gab um zwei Prozent nach - und setzte damit eine siebentägige Verlustserie fort. Seoul schloss 1,9 Prozent niedriger, die Börse im australischen Sydney gab um 1,4 Prozent und die in Wellington um zwei Prozent nach. Hongkong lag im Nachmittagshandel 2,1 Prozent niedriger.

Bereits am Donnerstagabend (Ortszeit) hatte der Dow Jones in den USA 3,03 Prozent verloren und bei 11.453,42 Punkten auf einem neuen Jahrestief geschlossen. Am stärksten brach in den USA der Nasdaq-Index ein, er verlor 3,33 Prozent und sank auf 2321,37 Punkte.
Nach einem Allzeithoch am Vorabend kletterte unterdessen der Preis für ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte West Texas Intermediate weiter auf einen neuen Höchststand von 141,71 Dollar - nochmals 1,70 Dollar mehr als am Vorabend. Rohöl der Nordseesorte Brent kostete in der Spitze 141,98 Dollar, ebenfalls ein neuer Rekordstand.

Verluste in Deutschland

Einen Grund für die Ölpreisschübe sehen Händler in Aussagen des Präsidenten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec), Chakib Khelil. Er hatte Ölpreise von 150 bis 170 Dollar für den Sommer prognostiziert. Ein noch düsteres Bild zeichnet der Chef des russischen Energiegiganten Gazprom, Alexej Miller, in der "Financial Times". Er sagt Ölpreise von 250 Dollar pro Barrel für das kommende Jahr voraus. Seiner Meinung nach hat die Opec zudem ihren Einfluss auf den Ölpreis verloren. Das Kartell habe in der letzten Zeit keine Entscheidung getroffen, die den Ölmarkt wirklich beeinflusst konnte.

Angesichts der Ölpreise und der negativen Vorgaben der weltweiten Börsen gingen die deutschen Aktien am Vormittag mit Verlusten in den Handel. Der Dax gab 0,82 Prozent auf 6406 Zähler nach. Der EuroStoxx, in dem 50 führende europäische Unternehmen gelistet sind, verlor 1,65 Prozent auf 3310,87 Zähler - und erreichte damit seinen niedrigsten Stand seit November 2005. (jam/dpa/AFP)

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